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Menschenverachtender Rechtspositivismus!

Über das ganz legale Unrecht


Das öster­rei­chi­sche Bun­des­ver­fas­sungs–Gesetz in der der­zeit gül­ti­gen Fas­sung stammt zum größ­ten Teil aus der Fe­der eines So­zia­li­sten na­mens Hans Kel­sen, einem der Begrün­der der so­ge­nann­ten Wie­ner Schu­le des Rechts­po­si­ti­vis­mus. Die­ser Po­si­ti­vis­mus geht nicht vom Rechts­emp­fin­den des an­geb­lich herr­schen­den Vol­kes, son­dern von leicht ver­än­der­ba­ren und da­mit durch Po­li­tik und Me­dien leicht ma­ni­pu­lier­ba­ren For­ma­lis­men als rechts­ge­stal­ten­de und -schaf­fen­de Vor­aus­set­zung aus.

Kel­sen hat das in sei­ner „Rei­nen Rechts­leh­re” so aus­ge­drückt: „Ein posi­ti­ves Recht gilt nicht dar­um, weil es ge­recht ist, das heißt: weil seine Set­zung einer Ge­rech­tig­keits­norm ent­spricht, und gilt auch, wenn es un­ge­recht ist” (siehe Hans Kelsen, Reine Rechts­leh­re. Verlag Franz Deu­ticke, Wien 1960/1967, 2. Auf­lage, Seite 402). Da­mit kann jede Art von Herr­schaft „ge­recht­fer­tigt” werden, auch eine fa­schi­sti­sche, in­ter­na­tio­nal– oder na­tio­nal­so­zia­li­sti­sche!

Dem­ent­spre­chend be­saß dieser Mann die Nie­der­tracht, öf­fent­lich die Nürn­ber­ger Ras­sen­ge­set­ze als rechts­staat­lich zu be­zeich­nen, weil sie auf dem im na­tio­nal­so­zia­li­sti­schen Drit­ten Reich ver­fas­sungs­mä­ßi­gen Weg zu­stan­den­ge­kom­men wä­ren.

Öster­reich ist mitt­ler­wei­le das ein­zi­ge Land Mit­tel­euro­pas, das noch eine so­zia­li­sti­sche Ver­fas­sung hat. Es liegt klar auf der Hand, daß — ähn­lich den kom­mu­ni­sti­schen „Volks­de­mo­kra­tien” — zwischen dem Be­griff einer mit christ­lich–abend­län­di­schen Wer­ten er­füll­ten De­mo­kra­tie, wie man ihn in einem tra­di­tions­rei­chen mit­tel­euro­päi­schen Land wie Öster­reich er­war­ten kann, und der rechts­po­si­ti­vi­sti­schen Rea­li­tät ek­la­tan­te Unter­schie­de gibt, die im­pli­zie­ren, daß man sich auf die pro­gram­ma­ti­schen Aus­sa­gen der öster­rei­chi­schen Bun­des­ver­fas­sung als ge­wöhn­li­cher Bür­ger ohne SPÖ–Mit­glied­schaft nicht ver­las­sen kann:


Die Pro­gram­ma­tik:

„Öster­reich ist eine de­mo­kra­ti­sche Re­pu­blik.
Ihr Recht geht vom Volk aus.”

(Ar­ti­kel 1 B-VG)


Die trau­ri­ge Rea­li­tät:

„Öster­reich ist eine so­zial­fa­schi­sti­sche Dik­ta­tur.
Ihre Nor­men wer­den von ideo­lo­gisch
aus­ge­rich­te­ten Büro­kra­ten er­las­sen.”

(Da­vid Zirb­stein)


So­zi­al­fa­schis­mus ist die Herr­schaft einer Par­tei (oder meh­re­rer Par­tei­en unter He­ge­mo­nie einer Ideo­lo­gie), die sich zum Macht­er­halt unter dem Vor­wand der so­zia­len Ge­rech­tig­keit ideo­lo­gisch un­ter­wan­der­ter Me­dien zur Täu­schung des sich sou­ve­rän wäh­nen­den Vol­kes sowie einer eben­so ideo­lo­gisch un­ter­wan­der­ten Ver­wal­tungs­bü­ro­kra­tie zur for­mel­len und fak­ti­schen Ab­si­che­rung des Macht­an­spru­ches be­dient. Um die dik­ta­to­ri­sche Kom­po­nen­te zu ka­schie­ren, wer­den so­zia­le und an­de­re Un­ge­rech­tig­kei­ten mit Hilfe eines po­si­ti­vi­sti­schen Ver­fas­sungs­sy­stems er­hal­ten oder neu ge­schaf­fen, um einen „Be­darf” und damit den „Wunsch” künst­lich zu er­zeu­gen, dem dann in schein­bar de­mo­kra­ti­schen Wah­len Rech­nung ge­tra­gen werden soll. Der durch macht­er­hal­ten­de ideo­lo­gi­sche und pro­pa­gan­di­sti­sche Maßnah­men wie Fehl­in­for­ma­tion, Kor­rup­tion, Vet­tern­wirt­schaft und Be­ste­chung dem be­herrsch­ten Land und seinem Volk zu­ge­füg­te Scha­den wird auch in er­heb­li­chem Um­fang dabei be­wußt in Kauf ge­nom­men.


Die mög­li­che Al­ter­na­ti­ve:

Ein Volk, des­sen Mit­glie­der sich der Ver­ant­wor­tung, die mit der über­nom­me­nen Herr­schaft ein­her­geht, be­wußt sind, ist nur mit sehr gro­ßem Auf­wand über einen lan­gen Zeit­raum hin­weg ma­ni­pu­lier­bar — wenn über­haupt. Eine an christ­lich–abend­ländi­schen Grund­wer­ten ori­en­tier­te Ge­sell­schaft wird über­dies gro­ßes Augen­merk auf die Ach­tung der Men­schen­wür­de, die Wah­rung der Men­schen­rech­te und die Er­fül­lung de­mo­kra­ti­scher Pflich­ten le­gen.

Als Denk­an­stoß zur wirk­sa­men Be­kämp­fung der Dik­ta­tur und zur Her­stel­lung einer de­mo­kra­ti­schen und wert­ori­en­tier­ten Grund­ord­nung soll hier ein Zi­tat aus dem Grund­ge­setz für die Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land auf Öster­reich über­tra­gen werden:

Prä­am­bel

Im Be­wußt­sein sei­ner Ver­ant­wor­tung vor Gott und den Men­schen, von dem Wil­len be­seelt, als gleich­be­rech­tig­tes Glied in einem ver­ein­ten Euro­pa dem Frie­den der Welt zu die­nen, hat sich das Öster­rei­chi­sche Volk kraft seiner ver­fas­sungs­ge­ben­den Ge­walt die­ses Grund­ge­setz ge­ge­ben.
Die Öster­rei­cher in den Ländern Bur­gen­land, Kärn­ten, Nie­der­öster­reich, Ober­öster­reich, Salz­burg, Stei­er­mark, Tirol, Vor­arl­berg und Wien haben in frei­er Selbst­be­stim­mung die Ein­heit und Frei­heit Öster­reichs be­schlos­sen. Da­mit gilt die­ses Grund­ge­setz für das ge­sam­te öster­rei­chi­sche Volk.


Ar­ti­kel 1

[Men­schen­wür­de; Grund­rechts­bin­dung der staat­li­chen Ge­walt]

(1) Die Wür­de des Men­schen ist un­an­tast­bar. Sie zu ach­ten und zu schüt­zen ist Ver­pflich­tung aller staat­li­chen Ge­walt.
(2) Das Öster­rei­chi­sche Volk be­kennt sich dar­um zu un­ver­letz­li­chen und un­ver­äußer­li­chen Men­schen­rech­ten als Grund­la­ge jeder men­sch­li­chen Ge­mein­schaft, des Frie­dens und der Ge­rech­tig­keit in der Welt.
(3) Die nach­fol­gen­den Grund­rech­te bin­den Ge­setz­ge­bung, voll­zie­hen­de Ge­walt und Rechts­spre­chung als un­mit­tel­bar gel­ten­des Recht.

Wer das Öster­rei­chi­sche Volk statt unter einer ideo­lo­gi­schen Knu­te in Frie­den und Frei­heit le­ben wis­sen und die Ach­tung von Men­schen­wür­de und Durch­set­zung von Men­schen­rech­ten durch eine wert­ori­en­tier­te de­mo­kra­ti­sche Grund­ord­nung ge­währ­lei­stet ha­ben will, set­ze sich bei Wah­len und in Pu­bli­ka­tio­nen für eine ent­spre­chen­de Än­de­rung des Öster­rei­chi­schen Bun­des—Ver­fas­sungs­ge­set­zes ein.
Kel­sens so­zia­li­sti­scher Po­si­ti­vis­mus ist heu­te längst über­holt, nach mitt­ler­wei­le mehr als sie­big (70!) Jah­ren wird es höch­ste Zeit für eine fort­schritt­li­che, ideo­lo­gie­neu­tra­le und wert­ori­en­tier­te Ver­fas­sung für un­ser sch­ö­nes Land!

Und zu guter Letzt: Das ein­zig Er­freu­li­che am Kel­sen­schen Rechts­po­si­ti­vis­mus ist, daß er auch schon den ver­fas­sungs­treu­en Weg zeigt, ihn ab­zu­schaf­fen: eine ver­fas­sungs­kon­for­me Ver­fas­sungs­än­de­rung ge­nügt!


Österreich wird frei!


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