Das österreichische Militärstraf- und Heeresdisziplinarrecht
im Lichte von Art. 5 und 6 EMRK

D Disziplinarbehörden und Verfahren nach dem HDG

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„Die Mi­li­tär­ge­richts­bar­keit ist — außer für Kriegs­zei­ten — auf­ge­ho­ben.” [269]

„Die Mit­glie­der von Kom­mis­sio­nen im Dis­zi­pli­nar­ver­fah­ren sind in
Aus­ü­bung ih­rer Auf­ga­ben nach die­sem Bun­des­ge­setz
selbst­än­dig und un­ab­hän­gig.”
[270]


1 Das Kom­man­dan­ten­ver­fah­ren


1.1 Ein­heits­kom­man­dan­ten[271] und ih­nen als Dis­zi­pli­nar­be­hör­de gleich­ge­stell­te Per­so­nen

In er­ster In­stanz sind für die dis­zi­pli­nä­re Ahn­dung sol­da­ti­scher Pflicht­ver­let­zun­gen,[272] die von den in § 58 Z. 1–3 HDG ge­nann­ten Per­so­nen[273] be­gan­gen wer­den, die Ein­heits­kom­man­dan­ten so­wie die ih­nen gleich­ge­stell­ten Per­so­nen[274] zu­stän­dig. Ein­heits­kom­man­dan­ten sind „Of­fi­zie­re, de­nen der Be­fehl über eine Ein­heit über­tra­gen ist.”[275] Ih­re dis­zi­pli­nä­re Ge­walt er­streckt sich aus­schließ­lich auf Sol­da­ten, die ih­rer Be­fehls­ge­walt un­ter­stellt sind. Außer­dem ist die Straf­be­fug­nis auf Sol­da­ten be­schränkt, die im Ver­gleich zu ih­nen einen nied­ri­ge­ren Dienst­grad ha­ben.[276]

Die Dis­zi­pli­nar­ge­walt soll mög­lichst vom un­mit­tel­ba­ren be­zie­hungs­wei­se sach­lich und rang­mäßig an­ge­mes­se­nen Vor­ge­setz­ten aus­ge­übt wer­den.[277] Sind da­her so­wohl der Ein­heits­kom­man­dant als auch ein ihm Gleich­ge­stell­ter im Sin­ne von § 12 Abs. 1 Z. 1–3 HDG auf­grund der ih­nen über­tra­ge­nen Be­fehls­ge­walt zur Ent­schei­dung be­ru­fen,[278] gilt der Letzt­ge­nann­te als Dis­zi­pli­nar­be­hör­de.[279] Steht dem der glei­che oder höhe­re Dienst­grad des Be­schul­dig­ten ent­ge­gen, ist der nächst­hö­he­re Vor­ge­setz­te des Gleich­ge­stell­ten als ein dem Ein­heits­kom­man­dan­ten Gleich­ge­stell­ter Dis­zi­pli­nar­be­hör­de.[280]


1.2 Sche­ma­ti­sche Dar­stel­lung der Gleich­stel­lun­gen[281]



1.3 Ver­fah­ren[82]


1.3.1 All­ge­mei­nes


Par­tei im Kom­man­dan­ten­ver­fah­ren ist nur der Be­schul­dig­te. Er hat das Recht, die Be­ant­wor­tung der an ihn ge­stell­ten Fra­gen zu ver­wei­gern.[283]

All­fäl­li­ge Er­mitt­lungs­ver­fah­ren wer­den — ge­mäß den je­wei­li­gen Er­for­der­nis­sen — ent­we­der in münd­li­cher oder in schrift­li­cher Form,[284] Ver­hand­lun­gen hin­ge­gen münd­lich durch­ge­führt.

Die Dis­zi­pli­nar­ent­schei­dun­gen ha­ben nur dann schrift­lich zu er­ge­hen, wenn die Vor­aus­set­zun­gen des § 62 Abs. 1 Z. 1 und 2 vor­lie­gen;[285] an­dern­falls kön­nen sie ent­we­der schrift­lich oder münd­lich er­ge­hen.[286]

Dis­zi­pli­nar­ver­fah­ren en­den ent­we­der durch Ein­stel­lung[287] oder durch Dis­zi­pli­nar­er­kennt­nis (im or­dent­li­chen Ver­fah­ren) oder Dis­zi­pli­nar­ver­fü­gung (im ab­ge­kürz­ten Ver­fah­ren).[288] Bei­de Ent­schei­dungs­ar­ten ha­ben in ih­rem Spruch die als er­wie­sen an­ge­nom­me­nen Ta­ten, die durch die Ta­ten ver­letz­ten Pflich­ten, die ver­häng­te Stra­fe oder einen Schuld­spruch oh­ne Stra­fe, den all­fäl­li­gen Aus­schluß der Ver­öf­fent­li­chung und die an­ge­wen­de­ten ge­setz­li­chen Be­stim­mun­gen zu ent­hal­ten.[289]

Un­ter den in § 7 HDG ge­nann­ten Vor­aus­set­zun­gen kön­nen Dis­zi­pli­nar­ent­schei­dun­gen im mi­li­tä­ri­schen Dienst­be­reich ver­laut­bart wer­den.[290]


1.3.2 Ab­ge­kürz­tes Ver­fah­ren


Un­ter den Vor­aus­set­zun­gen, daß kei­ne stren­ge­re Stra­fe als die Geld­buße er­for­der­lich ist[291] und der Be­schul­dig­te einem Vor­ge­setz­ten ge­gen­ü­ber, der zu­min­dest Ein­heits­kom­man­dant ist,[292] so­wohl sei­ne Pflicht­ver­let­zung[293] als auch sei­ne Schuld[294] ein­ge­steht, oder daß der Be­schul­dig­te we­gen sei­ner Pflicht­ver­let­zung be­reits von einem Straf­ge­richt oder einer Ver­wal­tungs­be­hör­de rechts­kräf­tig ver­ur­teilt wor­den ist, kann das Dis­zi­pli­nar­ver­fah­ren in­so­fern ab­ge­kürz­t wer­den, als die Dis­zi­pli­nar­ver­fü­gung oh­ne vor­aî­ge­hen­des Er­mitt­lungs­ver­fah­ren ver­häng­t wird.[295] Der Sinn die­ser Be­stim­mung ist, of­fen­sicht­lich über­flüs­si­ge Er­mitt­lungs­ver­fah­ren ver­mei­den zu kön­nen.[296].


1.3.3 Ord­ent­li­ches Ver­fah­ren


Lie­gen die Vor­aus­set­zun­gen für ein ab­ge­kürz­tes Ver­fah­ren nicht vor, ist — wenn Schuld und Pflicht­ver­let­zung nicht of­fen­sicht­lich sind — ein Er­mitt­lungs­ver­fah­ren ein­zu­lei­ten, mit des­sen Er­geb­nis der Be­schul­dig­te zu kon­fron­tie­ren ist.[297] Sei­ne Ein­wen­dun­gen und Recht­fer­ti­gun­gen sind zu be­ach­ten und zu über­prü­fen;[298] falls not­wen­dig, ist eine münd­li­che Ver­hand­lung an­zu­set­zen.[299] In die­sem Fall sind aus­schließ­lich die Er­geb­nis­se der münd­li­chen Ver­hand­lung als Grund­la­ge für das Dis­zi­pli­nar­er­kennt­nis her­an­zu­zie­hen.[300] Kommt der Ein­heits­kom­man­dant zu der An­sicht, daß sei­ne Straf­be­fug­nis zu ge­ring ist,[301] hat er dem Dis­zi­pli­nar­vor­ge­setz­ten dar­ü­ber Mel­dung zu er­stat­ten[302] und des­sen Ent­schei­dung über die wei­te­re Vor­gangs­wei­se ab­zu­war­ten.[303]


1.4 Dis­zi­pli­nar­vor­ge­setz­te


Der Dis­zi­pli­nar­vor­ge­setz­te[304] be­zie­hungs­wei­se eine ihm auf­grund der mi­li­tä­ri­schen Or­ga­ni­sa­tion gleich­ge­stell­te[305] oder ge­mäß § 14 HDG be­ru­fe­ne Per­son[306] schrei­tet in er­ster In­stanz auf An­zei­ge[307] des Ein­heits­kom­man­dan­ten ein, wenn die­ser we­gen sei­ner ein­ge­schränk­ten Straf­be­fug­nis[308] eine Ent­schei­dung nicht tref­fen darf. Außer­dem ist er erst­in­stanz­lich zu­stän­dig für Pflicht­ver­let­zun­gen von Sol­da­ten des Mi­liz– und Re­ser­ve­stan­des.[309]

Nach einem Ver­fah­ren vor dem Ein­heits­kom­man­dan­ten bil­det der je­wei­li­ge Dis­zi­pli­nar­vor­ge­setz­te die zwei­te In­stanz. Er wird auf­grund eines Ein­spru­ches oder einer Be­ru­fung des Be­schul­dig­ten in­ner­halb der Be­ru­fungs­fri­sten, die zwei Wo­chen für Be­schul­dig­te, die dem Mi­liz– oder Re­ser­ve­stand an­ge­hö­ren, für an­de­re Sol­da­ten hin­ge­gen nur drei Ta­ge be­tra­gen,[310] tä­tig.

Im Be­ru­fungs­ver­fah­ren gel­ten die glei­chen Ver­fah­rens­grund­sät­ze wie im erst­in­stanz­li­chen Ver­fah­ren.[311]

Ist der Dis­zi­pli­nar­vor­ge­setz­te in er­ster In­stanz zur Ent­schei­dung be­ru­fen ge­we­sen, ist in zwei­ter In­stanz des­sen nächst­hö­he­rer Vor­ge­setz­ter zu­stän­dig.[312]


1.5 Or­dent­li­che Rechts­mit­tel


1.5.1 All­ge­mei­nes


Durch Ein­spruch[313] oder Be­ru­fung,[314] die kei­ne Be­grün­dung ent­hal­ten müs­sen,[315] wird die erst­in­stanz­li­che Dis­zi­pli­nar­ver­fü­gung au­to­ma­tisch außer Kraft ge­setzt.[316] Da­her ist die zwei­te In­stanz am Art und Aus­maß der in der er­sten In­stanz ver­häng­ten Dis­zi­pli­nar­stra­fe auf kei­ne Wei­se ge­bun­den, sie hat eine neue, eige­ne Ent­schei­dung zu tref­fen.[317] Eine re­for­ma­tio in pe­ius ist je­doch dann aus­ge­schlos­sen, wenn die Be­ru­fung aus­schließ­lich vom Be­schul­dig­ten oder von des­sen Ver­tre­ter zu sei­nen Gun­sten er­ho­ben wur­de.[318]

Als Be­ru­fung gilt auch, wenn nur die Hö­he oder Art der von der er­sten In­stanz ver­füg­ten Dis­zi­pli­nar­stra­fe be­käm­pft wird; auch hier wird die vor­an­ge­hen­de Ent­schei­dung außer Kraft ge­setzt, es er­geht ein neu­er Spruch des Dis­zi­pli­nar­vor­ge­setz­ten.[319] Die Be­ru­fungs­be­hör­de hat, so­fer­ne nicht ein Sach­ver­halt nach § 35 Abs. 2 HS 1 ver­wirk­licht ist, im­mer — in letz­ter In­stanz — in der Sa­che selbst zu ent­schei­den.[320]


1.5.2 Auf­he­bung einer Ent­schei­dung von amts­we­gen


In­ner­halb von drei Jah­ren nach Ein­tritt ih­rer Rechts­kraft ist eine Dis­zi­pli­nar­ent­schei­dung vom je­weils über­ge­ord­ne­ten Vor­ge­setz­ten von amts­we­gen auf­zu­he­ben, wenn sie feh­ler­haft zu­stan­de­ge­kom­men ist. Bei einer Dis­zi­pli­nar­ver­fü­gung ist dies dann der Fall, wenn ent­we­der ein ab­ge­kürz­tes Ver­fah­ren durch­ge­führt wor­den ist, ob­wohl der Be­schul­dig­te nicht sei­ne Pflicht­ver­let­zung und sei­ne Schuld dem Ein­heits­kom­man­dan­ten ein­ge­stan­den hat[321] oder wenn der Ein­heits­kom­man­dant in einem ab­ge­kürz­ten Ver­fah­ren sei­ne Straf­be­fug­nis über­schrit­ten hat.[322]

Ein Dis­zi­pli­nar­er­kennt­nis ist amts­we­gig auf­zu­he­ben, wenn die Ent­schei­dung der Dis­zi­pli­nar­be­hör­de be­ein­flus­sen­de Ver­fah­rens­be­stim­mun­gen außer Acht ge­las­sen wor­den sind[323] oder wenn die ent­schei­den­de Be­hör­de ih­re Straf­be­fug­nis über­schrit­ten hat.[324]

Die Ein­stel­lung des Ver­fah­rens ist von amts­we­gen auf­zu­he­ben, wenn die Vor­aus­set­zun­gen da­für nach § 61 Abs. 3 Z. 1–4 HDG nicht vor­ge­le­gen ha­ben.[325] Die Frist für die Ent­schei­dungs­auf­he­bung ist auf zwei Wo­chen ein­ge­schränkt.[326] Ein or­dent­li­ches Rechts­mit­tel ist gegen die Auf­he­bung einer Dis­zi­pli­nar­ent­schei­dung nicht zu­läs­sig.[327]

Die amts­we­gi­ge Auf­he­bung einer Dis­zi­pli­nar­ent­schei­dung be­wirkt bei Vor­lie­gen der Vor­aus­set­zun­gen des § 66 Abs. 1 Z. 1 und 2 HDG eine Rück­ver­wei­sung an die er­ste In­stanz.[328]


1.6 Außer­ord­ent­li­che Rechts­mit­tel


Die Vor­aus­set­zun­gen für die Wie­der­auf­nah­me des Ver­fah­rens so­wie für die Wie­der­ein­set­zung in den vor­i­gen Stand wer­den im HDG nicht auf­ge­zählt. Es sind da­her die ein­schlä­gi­gen Be­stim­mun­gen des Zi­vi­len Rechts­be­rei­ches an­zu­wen­den,[329] so­weit § 36 HDG nichts an­de­res be­stimmt.[330]


1.7 Sche­ma­ti­sche Dar­stel­lung des In­stan­zen­zu­ges im Kom­man­dan­ten­ver­fah­ren



2 Das Kom­mis­sions­ver­fah­ren


2.1 All­ge­mei­nes


Im Kom­mis­sions­ver­fah­ren wer­den Pflicht­ver­let­zun­gen von Sol­da­ten, die dem Bun­des­heer auf­grund eines Dienst­ver­hält­nis­ses an­ge­hö­ren,[331] so­wie von Be­rufs­sol­da­ten im Ru­he­stand[332] ge­ahn­det.

Für Char­gen und Un­ter­of­fi­zie­re, für Of­fi­zie­re so­wie für Of­fi­zie­re mit einem hö­he­ren Dienst­grad als Ober­st­leut­nant sind je­weils ge­trenn­te Dis­zi­pli­nar­kom­mis­sio­nen er­ster und zwei­ter In­stanz ein­ge­rich­tet.[333] Mit ih­rer Be­stel­lung sind Kom­mis­sions­mit­glie­der, Dis­zi­pli­nar­an­wäl­te und Schrift­füh­rer so­wie de­ren Stell­ver­tre­ter an der Mit­wir­kung am Dis­zi­pli­nar­ver­fah­ren ver­pflich­tet.[334]


2.1.1 Kom­mis­sions­mit­glie­der


Kom­mis­sio­nen be­ste­hen aus einem Vor­sit­zen­den, sei­nen Stell­ver­tre­tern so­wie wei­te­ren Mit­glie­dern.[335] Zur Dis­zi­pli­nar­ent­schei­dung sind Se­na­te be­ru­fen,[336] die aus dem Vor­sit­zen­den der je­wei­li­gen Kom­mis­sion [337] oder einem sei­ner Stell­ver­tre­ter so­wie zwei wei­te­ren Kom­mis­sions­mit­glie­dern[338] zu be­ste­hen ha­ben.[339]

„Die Mit­glie­der von Kom­mis­sio­nen im Dis­zi­pli­nar­ver­fah­ren sind in Aus­übung ih­rer Auf­ga­ben ... selbst­än­dig und un­ab­hän­gig.”[340]

Für je­des Ka­len­der­jahr hat der Kom­mis­sions­vor­sit­zen­de eine Ge­schäfts­ein­tei­lung zu er­las­sen, in der die An­zahl und Zu­sam­men­set­zung der Se­na­te fest­ge­legt, der Ge­schäfts­be­reich und die Rei­hen­fol­ge der Kom­mis­sions­mit­glie­der hin­sicht­lich ih­rer He­ran­zie­hung als Se­nats­mit­glie­der be­stimmt und die Ver­tre­tung ver­hin­der­ter Se­nats­mit­glie­der ge­re­gelt ist.[341]


2.1.2 Dis­zi­pli­nar­ge­walt


Je­der Kom­mis­sion wer­den ein Dis­zi­pli­nar­an­walt und sei­ne Stell­ver­tre­ter zu­ge­teilt. Sie sind an die Wei­sun­gen des Kom­man­dan­ten je­ner Dienst­stel­le ge­bun­den, bei der die je­wei­li­ge Kom­mis­sion ein­ge­rich­tet ist.[342] Ih­re Auf­ga­be ist die Ver­tre­tung diens­tli­cher In­ter­es­sen.[343] Ne­ben dem Be­schul­dig­ten ist auch der Dis­zi­pli­nar­an­walt Par­tei im Dis­zi­pli­nar­ver­fah­ren.[344]


2.1.3 Schrift­füh­rer


Die Kom­man­dan­ten von Dienst­stel­len, bei de­nen Dis­zi­pli­nar­kom­mis­sio­nen ein­ge­rich­tet sind, ha­ben auch eine aus­rei­chen­de An­zahl von Schrift­füh­rern für die Kom­mis­sions­ver­fah­ren zu be­stel­len.[345]


2.2 Das Ver­fah­ren vor der Dis­zi­pli­nar­kom­mis­sion


2.1.1 Selbst­an­zei­ge


Per­so­nen, die der Dis­zi­pli­nar­ge­richts­bar­keit einer Kom­mis­sion un­ter­lie­gen, ha­ben das Recht zur Selbst­an­zei­ge, die die­sel­ben Wir­kun­gen wie eine Dis­zi­pli­nar­an­zei­ge ent­fal­tet.[346]


2.2.2 Die Dis­zi­pli­nar­an­zei­ge


Der für den einer Pflicht­ver­let­zung Ver­dächt­igen zu­stän­di­ge Ein­heits­kom­man­dant hat zu­nächst den Sach­ver­halt zu prü­fen[347] und an­schließend dem je­wei­li­gen Dis­zi­pli­nar­vor­ge­setz­ten Mel­dung zu er­stat­ten; lie­gen die Vor­aus­set­zun­gen für ein Kom­man­dan­ten­ver­fah­ren nicht vor,[348] ist die­ser ver­pflich­tet, nach Durch­füh­rung even­tu­ell not­wen­di­ger wei­te­rer Er­he­bun­gen zur vor­läu­fi­gen Klä­rung des Sach­ver­hal­tes eine Dis­zi­pli­nar­an­zei­ge an die zu­stän­di­ge Kom­mis­sion zu er­stat­ten.[349] Gleich­zei­tig ist eine Ab­schrift die­ser An­zei­ge bei­den Par­tei­en zu über­mit­tel­len.


2.2.3 Die Ein­lei­tung des Ver­fah­rens


Der Kom­mis­sions­vor­sit­zen­de hat die Dis­zi­pli­nar­an­zei­ge an den zu­stän­di­gen Se­nat zu über­mitt­eln, der über die Ein­lei­tung eines Dis­zi­pli­nar­ver­fah­rens ent­schei­det;[350] ge­gen den Be­schluß, ein Ver­fah­ren ein­zu­lei­ten, ist kein Rechts­mit­tel zu­läs­sig.[351] Un­ab­hän­gig da­von, ob ein Ver­fah­ren ein­ge­lei­tet wird oder nicht, ist der Be­schluß dem Ver­dächt­igen zu­zu­stel­len.[352]

Nach aus­rei­chen­der Klä­rung des Sach­ver­halts ist vom Se­nat das Ver­fah­ren ent­we­der ein­zu­stel­len[353] oder ein Ver­hand­lungs­be­schluß zu fäl­len, mit dem die Durch­füh­rung einer münd­li­chen Ver­hand­lung[354] an­ge­ord­net wird. Der Be­schluß ist dem Ver­dächt­igen und dem Dis­zi­pli­nar­an­walt zu­zu­stel­len.[355]


2.2.4 Die münd­li­che Ver­hand­lung[356]


„Die münd­li­che Ver­hand­lung hat mit der Ver­le­sung des Ver­hand­lungs­be­schlus­ses zu be­gin­nen. So­dann ist der Be­schul­dig­te zu ver­neh­men. Nach die­ser Ver­neh­mung sind die Be­wei­se in der vom Se­nats­vor­sit­zen­den be­stimm­ten Rei­hen­fol­ge auf­zu­neh­men. Die Par­tei­en ha­ben das Recht, Be­weis­an­trä­ge zu stel­len.[357] Über die Be­rück­sich­ti­gung die­ser An­trä­ge hat der Se­nats­vor­sit­zen­de zu ent­schei­den.[358] Die üb­ri­gen Se­nats­mit­glie­der ha­ben je­doch das Recht, eine Be­schlußfas­sung des Se­na­tes über die Be­rück­sich­ti­gung der Be­wei­san­trä­ge zu ver­lan­gen. Ge­gen die Ent­schei­dung des Vor­sit­zen­den bzw. des Se­na­tes über Be­weis­an­trä­ge ist kein ab­ge­son­der­tes Rechts­mit­tel zu­läs­sig.”[359]

Nach Ab­schluß des Be­weis­ver­fah­rens[360] hat der Dis­zi­pli­nar­an­walt sei­ne be­grün­de­ten An­trä­ge zu stel­len. Da­nach ist erst dem Ver­tei­di­ger, dann dem Be­schul­dig­ten das Wort zu er­tei­len, wo­rauf dem Dis­zi­pli­nar­an­walt noch­mals Ge­le­gen­heit zur Stel­lung­nah­me zu ge­ben ist.[361]


2.2.5 Das Dis­zi­pli­nar­er­kennt­nis


Nach dem Schlußwort des Be­schul­dig­ten hat sich der Se­nat zur Be­ra­tung zu­rück­zu­zie­hen,[362] über ein Dis­zi­pli­nar­er­kennt­nis zu be­schließen[363] und die­ses samt den we­sent­li­chen Grün­den un­mit­tel­bar im An­schluß an den Be­schluß münd­lich zu ver­kün­den; schrift­li­che Aus­fer­ti­gun­gen des Dis­zi­pli­nar­er­kennt­nis­ses — die auch die Na­men der an der Ent­schei­dung be­tei­lig­ten Se­nats­mit­glie­der zu ent­hal­ten ha­ben[364] — sind oh­ne un­nö­ti­gen Auf­schub aus­zu­fer­ti­gen[365] und den Par­tei­en aus­zu­hän­di­gen.[366]


2.3 Das Ver­fah­ren vor der Dis­zi­pli­nar­ober­kom­mis­sion


In­ner­halb einer zwei­wö­chi­gen Frist ist die Be­ru­fung einer der bei­den Par­tei­en[367] ge­gen das Dis­zi­pli­nar­er­kennt­nis er­ster In­stanz bei der Dis­zi­pli­nar­ober­kom­mis­sion zu­läs­sig.[368] Über die in § 76 Abs. 2 Z. 1–7 HDG dar­ge­stell­ten Sach­ver­hal­te ent­schei­det die Dis­zi­pli­nar­ober­kom­mis­sion oh­ne münd­li­che Ver­hand­lung,[369] im üb­ri­gen sind die Be­stim­mun­gen über das Ver­fah­ren vor der Dis­zi­pli­nar­kom­mis­sion an­zu­wen­den.[370] Das Er­kennt­nis wird mit der Zu­stel­lung an die Par­tei­en rechts­kräf­tig.[371]


3 Das Ver­fah­ren für wäh­rend eines Ein­sat­zes be­gan­ge­ne Pflicht­ver­let­zun­gen[372]


3.1 All­ge­mei­nes


Für Pflicht­ver­let­zun­gen wäh­rend eines Ein­sat­zes im Sin­ne des § 80 Abs. 2 HDG[373] ist aus­schließ­lich das Kom­man­dan­ten­ver­fah­ren an­zu­wen­den.[374] Zu­stän­dig für die Ver­hän­gung al­ler in § 81 Abs. 1 Z. 1–6 HDG ge­nann­ten Stra­fen[375] ist in er­ster In­stanz der Ein­heits­kom­man­dant, in zwei­ter In­stanz der Dis­zi­pli­nar­vor­ge­setz­te.[376] Die Ver­tei­di­gung des Be­schul­dig­ten ist nur durch einen Sol­da­ten zu­läs­sig.[377]


3.2 Er­laub­te Ab­wei­chun­gen von Ver­fah­rens­vor­schrif­ten


Von Ver­fah­rens­vor­schrif­ten, de­ren Ein­hal­tung den ak­tu­el­len Ein­satz­zweck ge­fähr­den wür­de, kann dann ab­ge­wi­chen wer­den, wenn eine un­ver­züg­li­che Ahn­dung der be­gan­ge­nen Pflicht­ver­let­zung im In­ter­es­se der Auf­recht­er­hal­tung der Dis­zi­plin ge­bo­ten ist.[378] Die Dis­zi­pli­nar­be­hör­de ist über­dies aus­drück­lich nicht ver­pflich­tet, den zu­stän­di­gen Sol­da­ten– be­zie­hungs­wei­se Per­so­nal­ver­tre­ter über ver­häng­te Dis­zi­pli­nar­maß­nah­men zu in­for­mie­ren.[379] Die Straf­be­fug­nis des Ein­heits­kom­man­dan­ten im ab­ge­kürz­ten Ver­fah­ren wird auf frei­heits­be­schrän­ken­de Maß­nah­men er­wei­tert.[380]


3.3 Ius co­gens der Ver­fah­rens­vor­schrif­ten wäh­rend eines Ein­sat­zes


„Dem Be­schul­dig­ten ist je­den­falls vor Ver­hän­gung einer Dis­zi­pli­nar­stra­fe zu­min­dest ein­mal Ge­le­gen­heit zu ge­ben, sich zu den ge­gen ihn er­ho­be­nen Vor­wür­fen zu äußern. Ein Ab­wei­chen vom Ver­bot, auf Grund einer vom Be­schul­dig­ten er­ho­be­nen Be­ru­fung eine hö­he­re Stra­fe als in der an­ge­foch­te­nen Ent­schei­dung zu ver­häng­en, ist un­zu­läs­sig.”[381]

Ge­mäß § 82 Abs. 2 S. 1 HDG darf von al­len an­de­ren Ver­fah­rens­vor­schrif­ten — die Er­fül­lung der Be­din­gun­gen der Z. 1 und 2 vor­aus­ge­setzt — ab­ge­wi­chen wer­den. Die Be­ur­tei­lung, ob die Ein­hal­tung von Ver­fah­rens­vor­schrif­ten den je­wei­li­gen Ein­satz ge­fähr­det und ob eine Dis­zi­pli­nar­maß­nah­me un­ver­züg­lich not­wen­dig ist, liegt aus­schließ­lich im Er­mes­sen des zu­stän­di­gen Dis­zi­pli­nar­vor­ge­setz­ten, wo­durch die sehr re­strik­tiv er­schei­nen­den Auf­la­gen der zi­tier­ten Be­stim­mung stark re­la­ti­viert und die frie­dens­mä­ßi­gen Ver­fah­rens­ga­ran­tien wäh­rend eines Ein­sat­zes prak­tisch zum dis­po­si­ti­ven Recht wer­den.



[269] Art 84 B–VG. Die­se Be­stim­mung ist auf das Mi­li­tär­straf– nicht aber auf das Dis­zi­pli­ar­recht an­zu­wen­den. Vgl. Wal­ter/Ma­yer Grund­ri­ß7 RZ 763.

[270] § 15 Abs 5 HDG (Ver­fas­sungs­be­stim­mung); vgl. da­zu § 82 Abs 1 HDG (Ver­fas­sungs­be­stim­mung) für das Kom­man­dan­ten­ver­fah­ren im Ein­satz.

[271] Zu die­sem Be­griff vgl § 2 Z 10 ADV.

[272] Vgl zu die­sem Be­griff § 2 HDG.

[273] Sol­da­ten, die Präs­enz­dienst lei­sten (Z 1); Sol­da­ten, die dem Bun­des­heer auf­grund eines Dienst­ver­hält­nis­ses an­ge­h­ö­ren, so­fern kei­ne stren­ge­re Stra­fe als die Geld­bu­ße er­for­der­lich ist (Z 2); Wehr­pflich­ige des Mi­liz– und Re­ser­ve­stan­des (Z 3).

[274] Vgl da­zu § 12 Abs 1 Z 1–4 HDG. Sind die­se selbst einem Ein­heits­kdt un­ter­stellt, sind sie Dis­zi­pli­nar­be­hör­de aus­schließ­lich hin­sicht­lich der ih­rer dis­zi­pli­ren Be­fug­nis schrift­lich un­ter­stell­ten Sol­da­ten; vgl. § 12 Abs 1 u 2 HDG.

[275] § 12 Abs 1 HDG.

[276] § 12 Abs 2 HDG.

[277] Dies einer­seits, um eine Über­las­tung hö­he­rer In­stan­zen zu ver­mei­den, an­de­rer­seits auch, um die Zeit­span­ne zwi­schen Pflicht­ver­let­zung u dis­zi­pli­nä­rer Ahn­dung u da­mit auch das Ver­fah­ren mög­lichst kurz zu hal­ten, wie es dem Er­for­der­nis or­ga­ni­sa­to­ri­scher Straf­heit in einer mi­li­tär­i­schen Ein­heit ent­spricht. Vgl da­zu auch § 12 Abs 4 HDG!

[278] So zB die Ahn­dung der Mi­ß­ach­tung des Rauch­ver­bo­tes auf einem MTW durch einen GWD währ­end eines Trup­pen­trans­ports, u zwar auch dann, wenn der Ein­heits­kdt an­we­send ist.

[279] § 12 Abs 3 S 1 HDG.

[280] § 12 Abs 3 S 2 HDG.

[281] Zu be­ach­ten ist, daß es sich hier­bei nicht um eine rang­mä­ßi­ge Gleich­stel­lung, son­dern le­dig­lich um die Zu­er­er­ken­nung erst­in­stan­zi­el­ler dis­zi­pli­nä­rer Straf­be­fug­nis han­delt, die in er­ster Li­nie auf der per­sön­li­chen Nä­he des Be­schul­dig­ten zu sei­nem (ak­tu­el­len) Kdt, auf sei­nem Dienst­ver­hält­nis oder auf sei­nem Rang be­ruht; so ist et­wa der Bun­des­mi­ni­ster für Lan­des­ver­tei­di­gung zu­stän­dig a) für Sol­da­ten, die der Zen­tral­stel­le des BMLV an­ge­hö­ren oder die­ser dienst­zu­ge­teilt sind, b) für Of­fi­zie­re mit einem hö­he­ren Dienst­grad als Obst, so­wie c) für Sol­da­ten, für die ein Ein­heits­kdt nach § 12 Abs 1 Z 1–3 HDG nicht zu­stän­dig ist. Für die Fäl­le des § 12 Abs 1 Z 1 u 2 HDG ist außer­dem die schrift­li­che Un­ter­stel­lung des ge­nau be­schrie­be­nen Per­so­nen­krei­ses un­ter die Dis­zi­pli­nar­ge­walt des je­wei­li­gen Kdt er­for­der­lich.

[282] Un­ter dem Be­griff „Ein­heits­kdt” wer­den in den nach­fol­gen­den Ka­pi­teln — so­fer­ne nicht aus­drück­lich an­ders ver­merkt — auch al­le ihm Gleich­ge­stell­ten ver­stan­den.

[283] Vgl § 27 HDG. Be­ab­sich­tigt der Ein­heits­kdt ein Ver­fah­ren durch­zu­füh­ren, ist vor­her der Sol­da­ten­ver­tre­ter (für GWD) bzw das zu­stän­dige Or­gan der Per­so­nal­ver­tre­ung dar­über zu in­for­mie­ren, um sei­ne Mit­wir­kung am Ver­fah­ren — so­weit vom Be­schul­dig­ten er­wünscht — zu er­mög­li­chen; vom Er­geb­nis des Ver­fah­rens sind so­wohl Sol­da­ten– bzw Per­so­nal­ver­tre­ter (§ 22 HDG) als auch der Be­schul­dig­te selbst so­wie sein Ver­tei­di­ger (die Letzt­ge­nann­ten zu eige­nen Han­den, vgl § 29 Abs 1 HDG) zu ver­stän­di­gen.

[284] § 61 Abs 1 letz­ter HS HDG.

[285] Er­kennt­nis­se müs­sen schrift­lich er­las­sen wer­den, wenn „eine Geld­stra­fe oder die Un­fä­hig­keit zur Be­för­de­rung oder die De­gra­die­rung ver­hängt wird” (§ 62 Abs 1 Z 1 HDG) oder „wenn der Be­schul­dig­te im Zeit­punkt der Er­las­ung dem Mi­liz– oder Re­ser­ve­stand an­ge­hört” (§ 62 Abs 1 Z 1 HDG).

[286] § 61 Abs 1 HDG.

[287] Vgl zur Ein­stel­lung die Be­stim­mun­gen des § 61 Abs 3 u 4 HDG.

[288] Vgl da­zu § 61 Abs 5 bzw § 63 Abs 2 HDG.

[289] § 62 Abs 3 Z 1–5 so­wie § 63 Abs 4 Z 1–5 HDG.

[290] § 7 Abs 1 Z 1 HDG. Glei­ches gilt für ge­richt­li­che Ver­ur­tei­lun­gen und Straf­ver­fü­gun­gen (§ 7 Abs 1 Z 23 HDG) oder Ver­wal­tungs­be­hörd­li­che Straf­er­kennt­nis­se oder –ver­fü­gun­gen (§ 7 Abs 1 Z 3 HDG). Selbst­ver­ständ­lich ist auch im mi­li­täri­schen Dienst­be­reich § 113 StGB zu be­ach­ten (Vor­wurf einer schon ab­ge­ta­nen ge­richt­lich straf­ba­ren Hand­lung). Be­ach­te auch § 26 HDG zur Ver­schwie­gen­heits­pflicht der am Ver­fah­ren be­tei­lig­ten Per­so­nen. Die dis­zi­pli­nä­re Stra­fe soll nur in dem Be­reich wir­ksam wer­den, für den sie ver­hängt wer­den kann (vgl da­zu § 79 Abs 1 HDG); sie kann da­her nur aus­nahms­wei­se (vgl § 34 Abs 1 HDG: grund­sätz­li­ches Ver­bot der Ver­öf­fent­li­chung) Aus­wir­kun­gen auf das Zi­vil­le­ben des Be­straf­ten ha­ben (§ 34 Abs 2–4 HDG).

[291] § 63 Abs 2 HDG.

[292] Es ge­nügt da­her nicht, daß der Be­schul­dig­te sein Ein­ge­ständ­nis ge­gen­über einen ihn et­wa fest­neh­men­den An­ge­hö­ri­gen der Mil­Str oder einer ChvT ab­gibt, die idR auch Vor­ge­setz­te sind.

[293] § 63 Abs 1 Z 1 lit a HDG.

[294] Das er­gibt sich aus § 61 Abs 1 S 1 HDG, der für die Ein­lei­tung eines Ver­fah­rens das Vor­lie­gen einer schuld­haft be­gan­ge­nen Pflicht­ver­let­zung vor­aus­setzt. Vgl auch § 2 Abs 4 S 1 HDG.

[295] Dies wird va dann nicht der Fall sein, wenn die Dis­zi­pli­nar­be­hör­de an der Stich­hal­tig­keit des Schuld­be­kennt­nis­ses Zwei­fel hat.

[296] Der Kom­man­dant hat in je­dem Fall das Recht, ein eige­nes Er­mitt­lungs­ver­fah­ren ein­zu­lei­ten, er ist an das ge­richt­li­che Ur­teil nicht ge­bun­den (wohl aber an des­sen Tat­sa­chen­fest­stel­lun­gen, vgl § 5 Abs 2 HDG).

[297] § 61 Abs 1 HS 1 HDG.

[298] § 32 Abs 1 HDG iVm § 61 Abs 1 S 1 HDG.

[299] § 61 Abs 1 HS 2 HDG.

[300] § 62 Abs 2 HDG.

[301] Vgl da­zu et­wa un­ten D.2.1 zur Dar­stel­lung der Vor­aus­set­zun­gen für die Ein­lei­tung eines Kom­mis­sions­ver­fah­rens.

[302] Vgl da­zu un­ten D.1.4.

[303] § 61 Abs 2 Z 1–3 HDG.

[304] § 13 Abs 1 HDG: der Bun­des­mi­ni­ster für Lan­des­ver­tei­di­gung für die in Z 4 lit a–c ge­nann­ten Per­so­nen, gem Z 3 die Kdt von Hee­res­kör­pern (vgl zu die­sem Be­griff § 2 Z 7 ADV), gem Z 2 die Kdt von Trup­pen­kör­pern (vgl zu die­sem Be­griff § 2 Z 8 ADV) so­wie gem Z 1 die Kdt von Ba­tail­lo­nen, die einem Trup­pen­kör­per an­ge­h­ö­ren (selb­stän­di­ge Ba­tail­lo­nen sind Trup­pen­kör­per).
Dis­zi­pli­nar­vor­ge­setz­ter ge­gen­über Wehr­pflich­ti­gen des Mi­liz– und Re­ser­ve­stan­des ist der Mil­Kdt, der­je­ni­ge ge­gen­über Be­rufs­sol­da­ten des Ru­he­stan­des ist der zum Zeit­punkt ih­res Aus­schei­dens aus dem ak­ti­ven Dienst zu­stän­di­ge Ba­tail­ons­kdt (§ 13 Abs 2 bzw 3 HDG).

[305] In den Fäl­len des § 13 Abs 1 Z 1–3 HDG. In die­sem Ka­pi­tel wer­den un­ter dem Be­griff „Dis­zi­pli­nar­vor­ge­setz­ter” zu­gleich auch die ihm gleich­ge­stell­ten oder gem § 14 HDG be­ru­fe­nen Per­so­nen ver­stan­den.

[306] Be­ach­te, daß diese Be­stim­mung nicht nur für den Dis­zi­pli­nar­vor­ge­setz­ten, son­dern auch für den Ein­heits­kom­man­dan­ten gilt.

[307] § 61 Abs 2 HDG.

[308] § 59 Abs 1 HDG.

[309] § 59 Abs 2 HDG.

[310] Vgl § 64 Abs 1 HDG. Der auf den er­sten Blick un­ge­recht­fer­tig­te Un­ter­schied er­klärt sich da­durch, daß die Sol­da­ten der erst­ge­nann­ten Grup­pen idR nicht ka­ser­niert sind, das Ver­fah­ren schrift­lich durch­zu­füh­ren und bei der Kennt­nis­nah­me so­wohl der Ent­schei­dung als auch der Be­ru­fung mit Ver­z­ö­ge­run­gen zu rech­nen ist (vor­über­geh­ende Ab­we­sen­heit etc).

[311] § 64 Abs 3 HDG.

[312] § 59 Abs 1 Z 2 lit b so­wie § 59 Abs 2 Z 2 HDG.

[313] Be­ein­sprucht wer­den Dis­zi­pli­nar­ver­fü­gun­gen.

[314] Die Be­ru­fung ist ge­gen Dis­zi­pli­nar­er­kennt­nis­se er­ster In­stanz zu­läs­sig.

[315] Auch die­se Be­stim­mung ist im Lich­te von § 32 Abs 2 HDG zu se­hen, der auf eine mög­lichst zü­gi­ge Ab­wick­lung des Ver­fah­rens ab­zielt.

[316] § 65 Abs 1 HDG.

[317] § 65 Abs 2 HDG.

[318] § 35 Abs 3 HDG.

[319] Vgl § 65 Abs 3 HDG; sinn­vol­ler­wei­se wird — auch wenn es im HDG nicht ex­pres­sis ver­bis fest­ge­legt ist — an­zu­neh­men sein, daß im letzt­ge­nann­ten Fall die Außer­kraft­set­zung nur hin­sicht­lich der Art und Hö­he der ver­häng­ten Stra­fe ein­tritt; eine voll­stän­di­ge Außer­kraft­set­zung der Dis­zi­pli­nar­ver­fü­gung hät­te ein voll­stän­dig neu­es Ver­fah­ren zur Fol­ge und wä­re va im Hin­blick auf § 32 Abs 2 HDG ana­ch­ro­ni­stisch.

[320] Vgl § 35 Abs 2 HDG.

[321] § 66 Abs 1 Z 1 lit a iVm § 63 Abs 1 u § 2 Abs 4 S 1 HDG.

[322] § 66 Abs 1 Z 1 lit b iVm § 63 Abs 1 Z 2 HDG.

[323] Die­se Be­stim­mung des § 66 Abs 1 Z 2 lit b HDG ist ins­be­son­de­re in Hin­blick auf ih­re Un­be­stimmt­heit pro­ble­ma­tisch; in der Pra­xis be­steht die Ge­fahr, daß sie zur „Le­gi­ti­ma­tion” von „die Ent­schei­dung nicht be­ein­flus­sen­den” Ver­fah­rens­feh­lern her­an­ge­zo­gen wird, wo­bei der ent­spre­chen­de Nach­weis seit­ens des Be­schul­dig­ten bzw sei­nes rechts­freund­li­chen Ver­tre­ters wohl kaum er­bringt wer­den kann. Auch in Hin­blick auf eine be­schleu­nig­te Ab­wick­lung des Auf­he­bungs­ver­fah­rens iSv § 32 Abs 2 HDG ist hier eine Prä­zi­sie­rung un­ab­ding­lich, da ent­spre­chen­de Nach­for­schun­gen der je­wei­lig vor­ge­set­zen Dis­zi­pli­nar­be­hör­de auf­grund der Un­be­stimmt­heit der Norm nicht ent­spre­chend ziel­ge­rich­tet ver­lau­fen kön­nen. So­mit bleibt als ein­zig denk­ba­re prak­ti­sche An­wen­dung die­ser Be­stim­mung die Mög­lich­keit, daß die ent­schei­den­de (erst– oder zweit­in­stanz­li­che) Dis­zi­pli­nar­be­hör­de selbst einen sol­chen Feh­ler er­kennt und der vor­ge­setz­ten Be­hör­de mel­det.

[324] § 66 Abs 1 Z 2 lit b HDG.

[325] § 66 Abs 3 HDG.

[326] Vgl § 66 Abs 3 Z 1 u 2 iVM § 61 Abs 3 HS 1 HDG.

[327] § 66 Abs 5 HDG.

[328] § 66 Abs 1 HDG; vgl auch § 35 Abs 2 S 2 HDG. Zur amts­we­gi­gen Auf­he­bung einer Dis­zi­pli­nar­ent­schei­dung we­gen größbli­cher Ver­let­zung der Be­stim­mun­gen über das Straf­aus­maß vgl § 66 Abs 2 HDG.

[329] Zu §§ 352–363 bzw § 364 StPO vgl For­eg­ger/Ko­dek StPO6 492–509 so­wie 509–512.

[330] Dies ist bei § 36 Abs 4 S 2 der Fall, der die Voll­streckung einer Dis­zi­pli­nar­stra­fe bis zum rechts­kräf­ti­gen Ab­schluß des Ver­fah­rens auto­ma­tisch hemmt und da­mit teil­wei­se § 361 Abs 1 bzw § 364 Abs 4 StPO de­ro­giert.

[331] § 67 Abs 1 Z 1 HDG; die Dis­zi­pli­nar­kom­mis­sion ist je­doch in die­sem Fall nur dann zu­stän­dig, wenn die Vor­aus­set­zun­gen für die Durch­füh­rung eines Kom­man­dan­ten­ver­fah­rens nicht vor­lie­gen (vgl § 67 Abs 1 HS 2 iVm § 58 Z 2 HDG).

[332] § 67 Abs 1 Z 2 HDG.

[333] Vgl da­zu nä­her § 15 Abs 1 HDG.

[334] Vgl § 38 HDG. In die­sem Fal­le ist der ge­nann­te Per­so­nen­kreis selbst­ver­ständ­lich von der Ver­tei­di­gung des Ver­däch­ti­gen aus­ge­schlos­sen (vgl § 70 Abs 2 lit a u b so­wie § 70 Abs 3 HDG). Im Hin­blick auf das Ru­hen und En­den der Mit­glied­schaft zu den Kom­mis­sio­nen vgl § 17 HDG.

[335] § 15 Abs 4 S 1 HDG; die Zahl der Stell­ver­tre­ter und der wei­te­ren Mit­glie­der rich­tet sich nach den je­wei­li­gen Er­for­der­nis­sen (vgl § 16 Abs 7 HDG). Zur Be­stel­lung der Kom­mis­sions­mit­glie­der vgl aus­führ­lich § 16 HDG.

[336] § 15 Abs 4 S 2 HDG.

[337] Be­ach­te hier­zu den im Ein­zel­fall er­for­der­lichen Dienst­grad des Vor­sit­zen­den gem § 18 Abs 4 S 1 HDG. Die Er­füllung die­ses Er­for­der­nis­ses ist nur zu Be­ginn des Ver­fah­rens be­acht­lich (vgl § 18 Abs 6 HDG).

[338] Zu den Dienst­grad­er­for­der­nis­sen vgl § 18 Abs 4 S 2 u 3 HDG.

[339] § 18 Abs 1 Z 1 u 2 HDG.

[340] Ver­fas­sungs­be­stim­mung des § 15 Abs 5 HDG.

[341] § 18 Abs 2 Z 1–5 HDG. Eine Än­de­rung der Ge­schäfts­ein­tei­lung wäh­rend des lau­fen­den Ka­len­der­jah­res darf nur un­ter den Vor­aus­set­zun­gen des § 18 Abs 3 HDG vor­ge­nom­men wer­den.

[342] § 19 Abs 2 HDG.

[343] Vgl § 19 Abs 1 S 1 HDG; zur Be­stel­lung vgl § 19 Abs 1 Z 1 u 2 HDG. Die Rol­le des Dis­zi­pli­nar­an­wal­tes ent­spricht so­mit in et­wa je­ner eines Staats­an­wal­tes (vgl da­zu §§ 29 ff StPO); ihm ob­liegt je­doch nicht die Er­for­schung straf­ba­rer Hand­lun­gen so­wie die Durch­füh­rung von Vo­rer­he­bun­gen iSv §§ 84 ff StPO.

[344] § 27 Abs 1 S 2 HDG.

[345] Vgl § 20 HDG.

[346] § 67 Abs 2 HDG. Die Tat­sa­che der Selbst­an­zei­ge wird re­gel­mä­ßig erst bei der Be­mes­sung der Dis­zi­pli­nar­stra­fe be­rück­sich­tigt wer­den.

[347] Vgl § 60 HDG.

[348] Be­ach­te § 58 Z 2 HDG.

[349] Vgl § 67 Abs 1 HDG. Mit Er­stat­tung der An­zei­ge an den zu­stän­di­gen Kom­mis­sions­vor­sit­zen­den bzw mit dem Ein­lan­gen der Selbst­an­zei­ge beim Dis­zi­pli­nar­vor­ge­setz­ten gilt das Kom­man­dan­tenver­fah­ren als ein­ge­stellt; vgl da­zu § 61 Abs 4 HDG.

[350] § 71 Abs 1 HDG.

[351] § 71 Abs 2 S 2 HDG.

[352] § 71 Abs 2 S 1 HDG. Sämt­liche Zu­stel­lun­gen ha­ben zu eige­nen Han­den zu er­fol­gen (§ 29 Abs 1 HDG); be­ach­te die für das Kom­mis­sions­ver­fah­ren be­ste­hen­den zu­sät­zli­chen Re­ge­lun­gen des § 29 Abs 2 Z 1–3 HDG.

[353] § 72 Abs 1 Z 1 iVm § 61 Abs 3 Z 1–4 HDG (Ein­stel­lungs­grün­de).

[354] Sie darf frü­h­e­stens zwei Wo­chen nach Zu­stel­lung der vom Se­nats­vor­sit­zen­den durch­zu­füh­ren­den La­dung der Par­tei­en, Zeu­gen und not­wen­di­gen Sach­ver­stän­di­gen statt­fin­den.

[355] Das er­gibt sich aus § 72 Abs 3 S 1. Zur Wir­kung der Zu­stel­lung hin­sicht­lich der Ab­leh­nung von Se­nats–(er­satz–)mit­glie­dern vgl § 72 Abs 2 S 2 HDG. Auch ge­gen die­sen Be­schluss ist kein Rechts­mit­tel zu­läßig (§ 72 Abs 3 S 3 HDG).

[356] Die münd­li­che Ver­hand­lung ist zu Pro­to­kol­lie­ren; da­zu ge­nau­er § 73 Abs 7 HDG.

[357] Die­ses Recht ha­ben die Par­tei­en be­reits ab Zu­stel­lung des Ver­hand­lungs­be­schlus­ses; vgl § 72 Abs 3 S 1 HDG.

[358] Vgl § 72 Abs 3 S 2 HDG.

[359] § 73 Abs 3 HDG. Fuß­no­ten nicht im Ori­gi­nal.

[360] Vgl § 73 Abs 5 HDG.

[361] In je­dem Fall hat der Be­schul­dig­te ein Recht auf das Schluß­wort (§ 73 Abs 5 S 4 HDG).

[362] § 73 Abs 5 letz­ter Satz HDG.

[363] Zu den not­wen­di­gen Be­stand­tei­len des Er­kennt­nis­ses vgl § 74 Abs 2 Z 1–4 HDG.

[364] § 74 Abs 4 HDG.

[365] § 74 Abs 3 HDG.

[366] Dies er­gibt sich aus § 76 Abs 3 HDG.

[367] Insb aus § 76 Abs 2 Z 2 u 3 er­gibt sich, daß auch der Dis­zi­pli­nar­an­walt zur Be­ru­fung an die Dis­zi­pli­nar­ober­kom­mis­sion be­rech­tigt ist. § 19 Abs 3 HDG hin­ge­gen re­gelt le­dig­lich des­sen Be­schwer­de­mög­lich­keit an den Ver­wal­tungs­ge­richts­hof ge­gen Ent­schei­dun­gen der Dis­zi­pli­nar­ober­kom­mis­sion.

[368] § 75 HDG.

[369] So et­wa über die Zu­rück­wei­sung der Be­ru­fung we­gen Un­zu­lä­s­sig­keit oder Frist­ver­säum­nis (Z 1) oder über die Rück­ver­wei­sung des Ver­fah­rens an die er­ste In­stanz we­gen we­sent­li­cher Ver­fah­rens­män­gel (Z 6).

[370] Ein Ver­hand­lungs­be­schluß ist nicht er­for­der­lich (§ 76 Abs 1 S 2 HDG); die An­wen­dung von § 71 HDG (Ver­fah­rens­ein­lei­tung) er­üb­rigt sich (vgl § 76 Abs 1 S 1 HDG).

[371] § 76 Abs 3 HDG.

[372] Dis­zi­pli­nar­ver­fah­ren, die vor Ein­satz­be­ginn ein­ge­lei­tet, aber nicht rechts­kräf­tig ab­ge­schlos­sen wor­den sind, ru­hen wäh­rend des Ein­sat­zes und wer­den erst nach sei­ner Be­en­di­gung fort­ge­führt (vgl § 83 Abs 2 HDG).

[373] Zu be­ach­ten ist, daß die­se Be­stim­mung über je­ne des § 2 Abs 1 lit a u b WG hin­aus­geht!
Ist die Pflicht­ver­let­zung vor dem Ein­satz be­gan­gen wor­den, ist die Ein­lei­tung des Dis­zi­pli­nar­ver­fah­rens wäh­rend des Ein­sat­zes nicht zu­läs­sig (vgl § 83 Abs 1 HDG); die Son­der­be­stim­mun­gen für das Ver­fah­ren wäh­rend des Ein­sat­zes sol­len den ent­spre­chend höhe­ren An­for­de­run­gen an die Auf­recht­er­hal­tung der Dis­zi­plin ge­recht wer­den; eine rück­wir­ken­de Straf­ver­schär­fung wäre des­we­gen nicht ge­recht­fer­tigt. In die­sem Sin­ne ist auch § 83 Abs 3 S 1 HDG zu ver­ste­hen, der auch hin­sicht­lich einer wäh­rend des Ein­sat­zes be­gan­ge­ne­nen Pflicht­ver­let­zung die An­wen­dung der ent­spre­chen­den Ver­fah­rens­be­stim­mun­gen da­von ab­hän­gig macht, ob das Ver­fah­ren noch wäh­rend des Ein­sat­zes ab­ge­schlos­sen wer­den kann.

[374] Vgl die Ver­fas­sungs­be­stim­mung des § 82 Abs 1 S 1 HDG.

[375] Eine Aus­nah­me re­gelt § 82 Abs 1 HDG (Ver­fas­sungs­be­stim­mung) in Hin­blick auf die un­ter § 81 Abs 1 Z 6 HDG zu sub­su­mie­ren­de De­gra­die­rung von Of­fi­zie­ren; zu­stän­dig ist hier in er­ster In­stanz der Dis­zi­pli­nar­vor­ge­setz­te, in zwei­ter In­stanz des­sen nächst­hö­he­rer Vor­ge­setz­ter.

[376] § 82 Abs 1 Z 1 u 2 HDG (Ver­fas­sungs­be­stim­mung). In Ab­wei­chung von § 24 HDG liegt die Zu­stän­dig­keit bei der je­wei­li­gen Einsatzdis­zi­pli­nar­be­hör­de (§ 82 Abs 1 S 3 HDG).

[377] Die Be­stim­mung des § 82 Abs 3 HDG nimmt auf die Tat­sa­che Rück­sicht, daß et­wa ein (zi­vi­ler) Rechts­an­walt wäh­rend eines Ein­sat­zes re­gel­mä­ßig nicht oder nicht recht­zei­tig (iSv § 32 Abs 2 HDG) zur Ver­fügung steht. Zu seiner Ver­tei­di­gung kann da­her der Be­schul­dig­te nur eine der in § 28 Abs 1 Z 1–3 HDG ge­nann­ten Per­so­nen wäh­len oder von der Dis­zi­pli­nar­be­hör­de be­stel­len las­sen.

[378] § 82 Abs 2 Z 1 u 2 HDG.

[379] § 82 Abs 4 HDG. Ge­mäß § 51 Abs 1 S 2 Z 5 HDG ha­ben Sol­da­ten­ver­tre­ter (iSd § 50 WG) das Recht, im Dis­zi­pli­nar­ver­fah­ren mit­zu­wir­ken (vgl da­zu auch die Schutz­be­stim­mun­gen des § 51 Abs 4 S 3 u Abs 5 WG so­wie § 9 HDG); da Sol­da­ten­ver­tre­ter oh­ne­hin ver­pflich­tet sind, bei der Er­fül­lung ih­rer Auf­ga­ben auf die Er­for­der­nisse des Dienst­be­trie­bes Rück­sicht zu neh­men, ist die Be­stim­mung des § 82 Abs 4 HDG iSv § 51 Abs 4 S 2 WG zu ver­ste­hen: „So­weit mi­li­tä­ri­sche In­ter­es­sen nicht ent­ge­gen­ste­hen, sind den Sol­da­ten­ver­tre­tern die für die Wahr­neh­mung ih­rer Auf­ga­ben not­wen­di­gen In­for­ma­tio­nen zu er­tei­len und die hie­zu not­wen­di­ge freie Zeit zu ge­wäh­ren.”

[380] § 82 Abs 5 HDG: Ne­ben dem Ver­weis u der Geld­stra­fe darf auch ein Aus­gangs­ver­bot in der ma­xi­ma­len Län­ge von 7 Ta­gen ver­hängt wer­den.

[381] § 82 Abs 2 S 2 u 3 HDG. Zum Ver­bot der re­for­ma­ti­o in pe­ius vgl auch §§ 114 Abs 4, 281 Abs 2, 290 Abs 2, 295 Abs 2, 345 Abs 4, 359 Abs 4 und 477 Abs 2 StPO.






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