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de simila cum botulo:
Die WSB-TVO und ihre Folgen

Zur Er­hö­hung der all­ge­mei­nen Si­cher­heit im Nah­rungs­mit­tel­be­reich, insbeson­de­re bei den so­ge­nann­ten kom­po­nier­ten, d.h. zu­sam­men­ge­setz­ten Nah­rungs­mit­teln, müs­sen un­be­dingt eine Wurst­sem­mel­bestand­tei­le-Trans­pa­renz­ver­ord­nung (WSB-TVO) er­las­sen wer­den, bei der die Be­stand­tei­le der Sem­mel und die Be­stand­tei­le der Wurst vom Bäcker und vom Fleisch­hau­er, al­len­falls auch vom Gur­ken- und Senf­her­stel­ler of­fen­ge­legt wer­den. Im Sin­ne des Kon­su­men­ten­schut­zes fehlt dann na­tür­lich noch die Wurst­sem­mel­ver­triebs-Trans­pa­renz­ver­ord­nung (WSV-TVO), die zur um­fang­rei­chen Ein­zel­dar­stel­lung der Ge­winn-Mar­gen von Sem­mel­her­stel­lern und Wurst­fa­bri­kan­ten sowie der Er­zeu­ger der Grund- und Hilfs­ma­te­ria­li­en so­wie des Wurst­sem­mel­zu­sam­men­fü­ge­per­so­nals in al­len Ge­ste­hungs­pha­sen zwingt; ein ent­spre­chen­der Be­leg ist dem wurst­sem­mel­er­ste­hungs­wil­li­gen Men­schen vor dem Ver­kauf oh­ne je­de Auf­for­de­rung zu über­ge­ben.

Die Wurst­sem­mel­be­stand­tei­le­her­stel­lungs-Trans­pa­renz­ver­ord­nung (WSBH-TVO) hin­ge­gen re­gelt dann, daß die Her­stel­ler der Be­stand­tei­le von Wurst­sem­meln so­wie das not­wen­di­ge Wurst­sem­mel­zu­sam­men­fü­ge- und -ver­triebs­per­so­nal ge­son­der­te Haft­pflicht­ver­si­che­run­gen ab­schlie­ßen müs­sen, die den wehr­lo­sen Kon­su­men­ten ge­gen al­le Even­tua­li­tä­ten ab­si­chern, so­wie den ver­pflich­ten­den Zu­sam­men­schluß al­ler an der Wurst­sem­mel­ent­ste­hung Be­tei­lig­ten zu einem Wurst­sem­mel-Haf­tungs­dach, das über­all in Öster­reich von den So­zial­part­nern, vom VKI und von al­len­falls zu­stän­di­gen Bun­des­mi­ni­ste­rien auf al­le mög­li­chen Din­ge ge­klagt wer­den kann. Eine ent­spre­chen­de Do­ku­men­ta­tions- und Wei­ter­bil­dungs­pflicht un­ter Be­rück­sich­ti­gung der ein­schlä­gi­gen Hy­gie­ne­vor­schrif­ten run­det das Pa­ket ab; al­ler­dings ...

Bis zu die­sem Punkt hät­te die Ge­schich­te si­cher einen brauch­ba­ren April­scherz ab­ge­ge­ben. Da­mit aber in Trans­pa­renz und Of­fen­le­gung kei­ne Dis­kri­mi­nie­rung pas­siert, wird noch ein Wurst­sem­mel-Ver­ord­nungs­aus­wei­tungs­ge­setz (WSVO-AuswG) er­las­sen, da­mit die­se fei­nen Re­geln in Zu­kunft zum Schutz und zur In­for­ma­tion der Kon­su­men­ten und im Na­men der so­zia­len Ge­rech­tig­keit nicht nur auf Wurst­sem­mel­her­stel­ler, son­dern auf al­le Be­ru­fe, vom Rei­fen­flicker bis zum Chi­rur­gen, vom Teich­grä­ber bis zum Rechts­an­walt, vom Kos­me­ti­ker bis zum EDV-Ein­zel­händ­ler, an­ge­wandt wer­den.

Nur die An­ge­hö­ri­gen von AK, VKI, So­zial­mi­ni­ste­rium und Funk­tio­näre der Par­tei (be­vor hier Nicht-Öster­rei­cher an­fan­gen nach­zu­den­ken: Es gibt nur eine Par­tei in un­se­rem schö­nen Land, und weil die bes­timmt, was de­mo­kra­tisch und ge­recht ist, ist das auch de­mo­kra­tisch und ge­recht so!) sind — eben­falls im Na­men der so­zia­len Ge­rech­tig­keit — von die­ser Aus­wei­tung aus­ge­nom­men.

Da­rüber hin­aus mel­den die ge­nann­ten In­sti­tu­tio­nen um­ge­hend den Be­darf an er­heb­lich hö­he­ren Fi­nanz- und Per­so­nal­mit­teln an, da­mit sie ih­ren Über­wa­chungs­funk­tio­nen und al­len da­mit ver­bun­de­nen Auf­ga­ben auch ord­nungs­ge­mäß ge­recht wer­den kön­nen. Spe­zia­li­sten vor al­lem aus dem Be­rei­chen So­zio­lo­gie, Gend­er, Polito­lo­gie und EDV müs­sen neu ein­ge­stellt wer­den, um im Ver­ein mit den Ideo­lo­gen der Par­tei die not­wen­di­ge Viel­zahl von Fra­ge­bö­gen, Prüf- und all­ge­mei­nen Ver­fah­rens­richt­li­ni­en mit­samt den da­zu­ge­hö­ri­gen Trans­pa­renz- und Straf­be­stim­mun­gen zu pro­du­zie­ren und ein da­zu pas­sen­des In­ter­net-Por­tal ins Netz zu stel­len.

Da­bei stellt sich her­aus, daß auch zu­sätz­li­che Ju­ri­sten nö­tig sind, um einer­seits jed­e Ge­gen­wehr im Keim er­sticken und zu­sätz­li­che Ver­ord­nun­gen mit ver­fas­sungs­kon­for­mi­sie­ren­dem Cha­rak­ter for­mul­ie­ren zu kön­nen; schließ­lich muß die Ver­fas­sung un­se­res Lan­des schon aus Grün­den der so­zia­len Ge­rech­tig­keit an die­se wich­ti­gen Ver­ord­nun­gen an­ge­paßt, al­so mo­der­ni­siert wer­den, zum Bei­spiel durch eine No­vel­le der VerfAusl-VO (Ver­fas­sungs-Aus­le­gungs-Ver­ord­nung). Die Par­tei hat da­rauf­hin be­schlos­sen, die Ge­win­ne der Le­bens­mit­tel­er­zeu­ger, -ver­ar­bei­ter und -ver­käu­fer und al­ler an­de­ren Un­ter­neh­mer sei­en oh­ne­hin nicht so­zi­al ge­recht und daher pfui, fol­ge­rich­tig sind die Maß­nah­men und der da­mit ver­bun­de­ne büro­kra­ti­sche Auf­wand je­den­falls an­ge­mes­sen und ge­recht­fer­tigt. Für die neu ge­won­ne­nen Ar­beits­plät­ze auf Steu­er­zah­lers Ko­sten darf sie mit Dank­bar­keit der Be­gün­stig­ten und ent­spre­chen­dem Stimm­ver­hal­ten bei den näch­sten Wah­len rech­nen: Je grö­ßer und über­flüs­si­ger die Bü­ro­kra­tien wer­den, de­sto in­ni­ger das Ver­hält­nis zu denen, die sie schaf­fen und sich dann ih­rer bedie­nen, so­mit ih­re „Da­seins­be­rech­ti­gung” ma­ni­fe­stie­ren. Über die SPE (So­zial­de­mo­kra­ti­sche Par­tei Eu­ro­pas) und die SI (So­zia­li­sti­sche In­ter­na­tio­na­le) wird eine ähn­li­che Verordnungskaskade unter dem Motto „Transparenz und Gerechtigkeit in Europa” in der Eu­ro­päis­chen Uni­on vor­be­rei­tet — wer kann und will sich da­ge­gen schon weh­ren?



Dem ge­neig­ten Le­ser ge­fällt das nicht? Zu viel Bü­ro­kra­tie? Zu gro­ßer Auf­wand? Zu be­vor­mun­dend? Ver­fas­sungs­feind­lich???

Na­tür­lich gibt es da­zu eine Lö­sung, die oh­ne „die Part­ei” aus­kommt: Wir be­trach­ten „Geld-Ver­die­nen” in Zukunft wieder als Selbstverständlichkeit und nicht als Eigen­in­ter­es­se: Und schon gibt es den In­ter­es­sens­kon­flikt und den da­raus fol­gen­den Schutz­büro­kra­tis­mus nicht mehr!

Denn im Ge­gen­satz zu den Ans­ich­ten ewig­ge­stri­ger Mar­xi­sten sind Ge­win­ne nicht per se bö­se, son­dern viel­mehr gott­ge­wollt, wie wir in der Hei­li­gen Schrift, bei­spiels­wei­se bei Matth 25.14-30, nach­le­sen kön­nen. Das Gleich­nis en­det mit Blick auf den, der kei­nen Ge­winn mit dem An­ver­trau­ten er­zielt hat, mit den Wor­ten: „Werft den nichts­nut­zi­gen Die­ner hin­aus in die äu­ßer­ste Fin­ster­nis! Dort wird Heu­len und Zäh­ne­knir­schen sein.” Dem­ent­spre­chend ha­ben auch flo­ren­ti­ni­sche Ban­kiers und flan­dri­sche Kauf­leu­te des 13. und 14. Jahr­hun­derts als Leit­spruch in ih­ren Bü­chern ste­hen ge­habt: „Für Gott und den Pro­fit!”

Chri­sti Gleich­nis ist aus heu­ti­ger Sicht als Plä­do­yer für Re­spekt, Ent­schei­dungs­freu­de und Eigen­ver­ant­wor­tung gleich­zei­tig eine Ab­sa­ge so­wohl an den rück­sichts­los-un­ter­drücken­den und aus­beu­ten­den So­zia­lis­mus als auch an den rück­sichts­los-gewinn­ma­xi­mie­ren­den und aus­beu­ten­den Ka­pi­ta­lis­mus: Aus „Macht euch die Er­de un­ter­tan” (1. Mose 1.28) folgt zwangs­läu­fig: „Es ist leich­ter, daß ein Ka­mel durch ein Na­del­öhr ein­ge­he, als ein Rei­cher in das Reich Got­tes” (Matth 9.24). Gier macht eben blöd, nicht reich!


Eine klei­ne Aus­wahl bü­ro­kra­tie­trei­ben­der Rechts­vor­schrif­ten in Öster­reich:

AbfIUVOAVOG 2010AbgVOAbstVpAVaAeroPVOAlkvtgVOAMSAnwVOASFErmGBKVOBDRVBC-VBARVBDokVOBohrarbVBHOVOEU-QuSt-ZVFahrRegVOFOnErklVGenVGGM-VGRBKVHeizKGLInfoVInfOGIGGKÜVLobbyGLKVOMB-AusbVOMSTVGNÜV 2012Ozon-MKVPGSGPTGRVGRLGSiAk-BVOTVFGTDBG 2012ÜKVOÜVOMVÜ-VOWDVWinSVZGVGZZG


(21. März 2019)



Digitalisierung

Der Be­griff D­igi­ta­li­sie­rung be­zeich­net die Über­füh­rung ana­lo­ger Grö­ßen in dis­kre­te ab­ge­stuf­te Wer­te zu dem Zweck, sie elek­tro­nisch zu spei­chern und zu ver­ar­bei­ten (De­fi­ni­tion nach Prof. Wil­fried Ju­ling / Uni­ver­si­tät Karlsru­he.) Di­gi­ta­li­sie­rung be­deu­tet Ef­fi­zienz­stei­ge­rung durch Stan­dar­di­sie­rung. Schluß­end­lich be­deu­tet das aber, daß nur die­je­ni­gen Rie­sen-Or­ga­ni­sa­tio­nen (Be­hör­den, Ideo­lo­gie-Ver­bän­de, Kon­zer­ne, oft auch in üb­lem Zu­sam­men­spiel), die aus Men­schen Num­mern ma­chen, mit­tel- bis lang­fri­stig eine Chan­ce auf dem je­wei­li­gen po­li­ti­schen, ge­sell­schaft­li­chen, ideo­lo­gi­schen, kom­mer­ziel­len … Markt ha­ben, weil nur sie über die für die Di­gi­ta­li­sie­rungs-Ef­fi­zienz nö­ti­gen Macht-, Tech­nik- und Fi­nanz­mit­tel zur Schaf­fung, Auf­recht­er­hal­tung und men­schen­rechts­be­frei­ten Durch­set­zung ih­res Sy­stems ge­gen­über dem Bür­ger ver­fü­gen. Schö­ne neue Welt!


Darf ich dem ge­neig­ten Le­ser Herrn A. vor­stel­len? Herr A. ist al­lein­ste­hend, mitt­le­ren Al­ters, freund­lich, an­ge­se­hen, bei vie­len so­gar ge­ach­tet, und eine sei­ner her­aus­ra­gen­den Eigen­schaf­ten ist sei­ne Auf­ge­schlos­sen­heit Neuem ge­gen­über. Er genießt die An­nehm­lich­kei­ten der Auf­füll­auto­ma­tik sei­nes mit dem „In­ter­net der Din­ge” ver­bun­de­nen Kühl­schranks, der app­li­ka­tions­ge­steu­er­ten Hei­zung und Be­leuch­tung, des elek­tro­ni­schen Strom­ver­brauchs­op­ti­mie­rungs­meß­ge­rä­tes, sei­ner mit al­len Mög­lich­kei­ten au­sge­stat­te­ten Kom­mu­ni­ka­tions­werk­zeu­ge, des Rund­um-Sorg­los-Auto­ma­tik-Bank­pa­ke­tes, sei­ner auch sonst mit den mo­dern­sten auto­ma­ti­sier­ten und Ge­rä­ten aus­ge­stat­te­ten Woh­nung, des selbst­fah­ren­den Elek­tro-Ve­hi­kels in der rech­ner­ge­steu­er­ten Ga­ra­ge und all der an­de­ren wohl­er­wor­be­nen „web based good­ies”. Kurz­um: Er ist ein mo­der­ner, be­wußt le­ben­der Mensch, der in das di­gi­ta­li­siert-ver­netz­te Le­ben 4.0 mehr als ein­ge­bet­tet ist.

Ein durch de­mo­kra­ti­sche Wahl her­vor­ge­ru­fe­ner Re­gie­rungs­wech­sel (wir wol­len uns an die­ser Stel­le da­ran er­in­nern, daß auch die Na­tio­na­len So­zia­li­sten in der de­mok­ra­ti­schen Wei­ma­rer Re­pub­lik durch einen sol­chen Volks­ent­scheid 1933 an die Macht ge­kom­men sind) hat al­ler­dings be­wirkt, daß Herr A. mit einem Schlag eine sehr dr­asti­sche Ver­än­de­rung er­lebt, näm­lich den Wech­sel von der Ach­tung sei­ner Bür­ger­rech­te zur Äch­tung sei­ner Bür­ger­rech­te durch die neue Re­gie­rung. Die ist näm­lich der An­sicht — und des­we­gen ist sie ja auch vor­wie­gend ge­wählt wor­den —, daß die mei­sten Pro­ble­me des Lan­des da­durch leicht ge­löst wer­den kön­nen, daß ge­wis­se Per­so­nen und Grup­pen aus dem ge­sell­schaft­li­chen Le­ben ein­fach aus­ge­blen­det wer­den.

Durch ein ver­fas­sungs­recht­lich selbst­ver­ständ­lich ein­wand­frei le­gi­ti­mier­tes Ge­setz (ein In­ter­na­tio­nal-So­zia­list und Ur­he­ber der öster­rei­chi­schen Ver­fas­sung na­mens Hans Kel­sen hät­te tat­säch­lich sei­ne hel­le Freu­de an so viel Rechts­staat­lich­keit, so wie auch da­mals bei den Nürn­ber­ger Ras­senge­set­zen) wer­den so­wohl die vor­han­de­nen über­aus er­gie­bi­gen Da­ten­be­stän­de für die Zwecke der Par­tei frei­ge­ge­ben als auch An­ders­seien­de und An­ders­den­ken­de künf­tig de­fi­ni­tions­fle­xi­bel auf das Le­ben „4.0 ex­tra” mit weit­rei­chen­den Son­der­be­hand­lungs­rech­ten sei­tens der neuen Re­gie­rung ver­wie­sen. Und zu sei­ner gro­ßen Über­ra­schung ge­hört auch Herr A. zum Kreis der Be­trof­fe­nen …

Das Ge­setz, des­sen In­kraft­tre­ten mit 12 Uhr mit­tags des dem Be­schluß fol­gen­den Mitt­wochs fest­ge­legt ist, ent­fal­tet dann auch un­mit­tel­bar seine Wir­kung. So­fort ste­hen Herrn A. das „In­ter­net 4.0” und auch al­le son­sti­gen Kom­mu­ni­ka­tions­mit­tel nicht mehr zur Ver­fü­gung. Das Elek­tro­mo­bil ver­wei­gert den Zu­tritt und jeg­li­che Be­we­gung, die Bank­dien­ste sind nicht mehr ver­füg­bar, sei­ne DIC (Di­gital Iden­ti­ty Card) zeigt den Sta­tus „ent­wer­tet” an. Eine Stun­de spä­ter be­reits gibt es kein Fließ­was­ser mehr, der Eis­ka­sten kann nichts mehr zu sei­ner Wie­der­be­fül­lung im In­ter­net be­stel­len, und das elek­tro­ni­sche Schloß zur Woh­nung läßt sich — wie auch die Fen­ster — nicht mehr öff­nen.

Herr A. ver­sucht nach eini­ger Zeit, mit einer alt­mo­di­schen Ta­schen­lam­pe un­ter Zu­hil­fe­nah­me von Mor­se­zei­chen (er hat­te sich tat­säch­lich bi­sher nicht auf­raf­fen kön­nen, das al­te Buch mit dem Ti­tel „Über­le­bens­tech­ni­ken” zu ent­sor­gen) mit Pas­san­ten Kon­takt auf­zu­neh­men. Be­dau­erl­i­cher­wei­se blei­ben die­se Be­mü­hun­gen er­folg­los: Die zur Miet­ko­sten­op­ti­mie­rung mit sei­ner aus­drück­li­chen Zu­stim­mung an der Haus­fas­sa­de ganz­flä­chig in­stal­lier­te Leucht­wer­be­flä­che blinkt rund um die Fen­ster sei­ner Woh­nung knall­rot auf, um al­len an­zu­zei­gen, daß der Kon­takt mit dem Be­woh­ner die­ser Woh­nung nicht mehr po­li­tisch kor­rekt und da­her zu ver­mei­den ist, will man sich nicht selbst einer Son­der­be­hand­lung aus­set­zen. Der Rest die­ser Wer­be­flä­che wird vom Em­blem der re­gie­ren­den Par­tei ver­ziert.

Zum Zwecke der Le­bens­er­hal­tung greift Herr A. nun auf spär­lich vor­han­de­ne Le­bens­mit­tel und sei­ne reich­lich vor­han­de­nen Wein­vor­rä­te zu­rück. In dem sich dar­aus er­ge­ben­den dau­ernd an­ge­hei­ter­ten Zu­stand merkt er nicht, daß es noch ein ein­zi­ges funk­tions­tüch­ti­ges elek­tri­sches Ge­rät in seiner Woh­nung gibt: Die Hei­zung. Ganz all­mäh­lich er­wärmt sich sei­ne Woh­nung auf über 50°C. Ta­ge spä­ter wird von den be­reits bei der Haus­er­rich­tung zu sei­ner eige­nen Si­cher­heit in­stal­lier­ten auto­no­men Über­wa­chungs­ka­me­ras den mitt­ler­wei­le gleich­ge­schal­te­ten Behörden die Nach­richt von sei­nem Ab­le­ben über­mit­telt. Die 2015 einge­führ­te „Wir­kungs­orien­tier­te Ver­wal­tungs­steue­rung” zeigt nun ih­re Ef­fi­zienz: Per Be­fehl nach der neuen Ge­sell­schafts­hy­gie­ne-Not­ver­ord­nung wer­den die so­for­ti­ge Ent­sor­gung sei­nes Leich­nams im ört­li­chen Kre­ma­to­ri­um so­wie der Ein­zug sei­nes Eigen­tums zu­gun­sten der Par­tei durch­ge­führt. Sei­ne Exi­stenz wird voll­auto­ma­tisch aus al­len öf­fent­li­chen Auf­zeich­nun­gen ge­stri­chen.



Im Ge­gen­satz zu den Jah­ren 1933 ff war 20*8 zur ziel­ge­rich­te­ten Mas­sen­ver­nich­tung von Men­schen ein enor­mer und teils auch auf­fäl­li­ger Auf­wand an Fi­nanz­mit­teln, Men­schen, Lo­gi­stik und Or­gani­sa­tion nicht mehr not­wen­dig; nie­mand muß­te ver­haf­tet, ab­trans­por­tiert, er­schos­sen oder ver­gast wer­den: Ein nach der Kel­sen'schen „Rei­nen Rechts­leh­re” ord­nungs­ge­mäß zu­stan­de­ge­kom­me­nes Ge­setz, zwei Mann-Ta­ge Pro­gram­mie­rungs­tä­tig­keit und ein Knopf­druck ge­nüg­ten völ­lig zur Ziel­er­rei­chung bis hin zur ab­lauf­op­ti­mier­ten Ver­nich­tung mensch­li­cher Über­re­ste „aus Hy­gie­ne­grün­den”. Das soll­ten wir wis­sen, wenn Be­hör­den, Kör­per­schaf­ten öf­fent­li­chen Rechts oder staats­be­auf­trag­te Or­ga­ni­sa­tio­nen (Fi­nanz­äm­ter, So­zial­ver­si­che­run­gen, GIS bzw. OBS u.s.w.) höchst­per­sön­li­che oder gar ge­sin­nungs­re­le­van­te Da­ten über uns sam­meln, et­wa im We­ge der Spen­den-Mel­de­pflicht, wie sie seit An­fang des Jah­res 2017 in Öster­reich ge­setz­lich vor­ge­se­hen ist (§ 18 Abs. 8 Z. 2 EStG). Und wir soll­ten un­be­dingt miß­trau­isch sein und nach dem „cui bo­no?” fra­gen, wenn ver­sucht wird uns ein­zu­re­den, daß eine Welt oh­ne Di­gi­ta­li­sie­rung nicht mehr funk­tions­fä­hig oder zu­min­dest wirt­schaft­lich nach­tei­lig wä­re: Nichts, aber auch gar nichts ist al­ter­na­tiv­los, und die Dik­ta­tur der Da­ten ist auch nur eine wei­te­re Form der Dik­ta­tur!

(30. Mai 2017)


Aus früheren Zeiten:

Krieg


Vergib' deinen Feinden, aber vergiß nicht ihre Namen! (John F. Kennedy) Krieg ge­hört zu den dümm­sten Be­schäf­ti­gun­gen, die die Mensch­heit je er­fun­den hat.

„Die Aus­ein­an­der­set­zung ist Ur­sprung al­ler Din­ge”, hat He­ra­klit ge­sagt; von Krieg hat er nicht ge­sproc­hen. Fried­li­cher Wett­streit bringt die Mensch­heit viel schnel­ler viel wei­ter als stu­pi­de De­struk­tion.

Al­so ist es all­zu ver­ständ­lich, wenn frie­dens­be­weg­te Men­schen ge­gen den von der Re­gie­rung der Ver­ei­nig­ten Staa­ten von Ame­ri­ka und ih­ren Ver­bün­de­ten ­begon­ne­nen Krieg de­mon­strie­ren ...


Ich stel­le mir vor:

3. Sep­tem­ber 1939. Die Trup­pen des Deut­schen Rei­ches sind — nach vie­len an­de­ren von Adolf Hit­ler und sei­nen Kon­sor­ten an­ge­ord­ne­ten Ag­gres­sio­nen — auch noch in Po­len ein­mar­schiert, es kommt zu krie­ge­ri­schen Aus­ein­an­der­set­zun­gen. Groß­bri­tan­nien hat dem Deut­schen Reich den Krieg er­klärt, wo­rauf welt­weit Mil­lio­nen von Men­schen sich er­he­ben, de­mon­strie­ren, macht­voll ih­re Stim­me er­he­ben: „KEIN KRIEG GE­GEN ADOLF HIT­LER!” „KEIN KRIEG GE­GEN DIE DEUT­SCHE BE­VÖL­KE­RUNG!”

Doch nein: Es war ganz an­ders!

Nach den Irr­tü­mern des frie­dens­be­weg­ten Herrn Cham­ber­lain schlug ein Win­ston Chur­chill mit der Faust auf den Tisch. Er war be­reit, bit­te­re Nie­der­la­gen hin­zu­neh­men (das muß­te er dann auch), Lei­den zu er­dul­den, al­les in die Waag­scha­le zu wer­fen, um die­ser Be­dro­hung den Gar­aus zu ma­chen. Vie­le nah­men da­mals all ih­ren Mut zu­sam­men und brach­ten trotz al­ler Ri­si­ken höch­ste Op­fer, um ge­gen die Macht der Nie­der­tracht an­zu­tre­ten.

Gott sei Dank! Wie wür­de die Welt sonst aus­se­hen!?

Auch da­mals ging es um eine Dik­ta­tur, ging es ge­gen ein Re­gi­me, das Men­schen ein­fach ver­schwin­den oder ganz of­fi­ziell er­mor­den ließ, das ag­gres­siv war nicht nur ge­gen das eige­ne, son­dern auch ge­gen an­de­re Völ­ker. Auch da­mals wa­ren So­zia­li­sten am Werk (wa­rum wohl hat die So­wjet­union en­ge Be­zie­hu­gen zum Drit­ten Reich Adolf Hit­lers und zum Iraq Sad­dam Hus­se­ins un­ter­hal­ten???), auch da­mals ar­bei­te­te die Pro­pa­gan­da ge­gen die Ju­den, ge­gen die „bri­ti­schen (und spä­ter ame­ri­ka­ni­schen) Ver­bre­cher”. Die Rei­he der Pa­ral­le­len läßt sich bei­na­he be­lie­big fort­set­zen.

So hat das Sir Karl Pop­per for­mu­liert: „Wir müs­sen für den Frie­den Krie­ge füh­ren.” Und die­je­ni­gen, die da­zu nicht be­reit sind, de­mon­strie­ren nun auf un­se­ren Straßen. Wir er­ken­nen in ih­nen nicht nur die Freun­de Sad­dam Hus­se­ins, son­dern auch die Freun­de Adolf Hit­lers. Sie de­mon­strie­ren in Wahr­heit nicht für den Frie­den (den es nur in Frei­heit geben kann), son­dern für die Dik­ta­tur, nicht für die Frei­heit, son­dern für die Knecht­schaft, nicht für das Wohl­er­ge­hen der Be­trof­fe­nen, son­dern für ih­re eige­nen, faul­heit­do­mi­ner­ten Macht­ge­lü­ste. Und das heu­te, im 21. Jahr­hun­dert — Pfui Teu­fel! Sie sind Fein­de der De­mo­kra­tie, die ih­nen das Recht zum De­mon­strie­ren gibt.

Wer Frei­hei­ten auf­gibt, um Si­cher­hei­ten zu ge­win­nen, ver­dient we­der Frei­heit noch Si­cher­heit, hat Ben­ja­min Frank­lin ge­schrie­ben. Be­kämp­fen wir die Fein­de der De­mo­kra­tie, auch und erst recht, wenn sie sich De­mo­kra­ten nen­nen!



Krieg im Iraq?


Vergib' deinen Feinden, aber vergiß nicht ihre Namen! (John F. Kennedy) Das Le­ben ist ein Bu­me­rang. Wer pei­nigt, wird ge­pei­nigt. Und im­mer wie­der. So­lan­ge, bis die­ser Teu­fels­kreis durch­bro­chen wird.

Kei­ne Fra­ge: Es muß da­für ge­sorgt wer­den, daß Sad­dam Hus­se­in kei­nen Scha­den mehr an­rich­ten kann — we­der im eige­nen Land noch an­ders­wo. Wir sind da­für ver­ant­wort­lich und aus christ­li­chem Selbst­ver­ständ­nis da­zu ver­pflich­tet. Wir hät­ten das auch bei Adolf Hit­ler, Sta­lin, Le­nin, Mao-tse tung und vie­len an­de­ren mör­de­ri­schen Ty­ran­nen tun sol­len. Wir ta­ten es er­freu­li­cher­wei­se schon bei Ver­bre­chern, die im Ju­go­sla­wien­kon­flikt un­er­hör­te Grau­sam­kei­ten be­gan­gen hat­ten.

Ge­ra­de aber die USA, die auf eine lan­ge außen­po­li­ti­sche „Ele­phant-im-Por­zel­lan­la­den–Tra­di­tion” zu­rück­blicken kön­nen, sind des­we­gen auch Tä­ter, nicht nur Op­fer. Der Holz­ham­mer ist eben­so ver­werf­lich wie der Pa­zi­fis­mus (man stel­le sich bild­lich vor: Mil­lio­nen von Men­schen de­mon­strie­ren laut­stark auf der gan­zen Welt — 1939, mit Trans­pa­ren­ten, auf de­nen zu le­sen ist: „Kein Krieg ge­gen Hit­ler!” Be­schä­mend, oder?)! Gut be­ra­ten ist in einer sol­chen Si­tua­tion, wer den Al­lein­gang mei­det und die Al­li­anz (es darf auch eine christ­li­che sein!) sucht.

Was aber die Ter­ror­an­schlä­ge vom 11. Sep­tem­ber 2001 an­be­langt, er­scheint ein Zi­tat von John F. Ken­ne­dy an­ge­bracht: Ver­gib' dei­nen Fein­den, aber ver­giß nicht ih­re Na­men! Der Teu­fels­kreis der Ge­walt wird sonst nie en­den, und die USA kön­nen sich die­se Stär­ke lei­sten.

Ein­fach zum Nach­den­ken sei hier der Schluß der Re­de des ame­ri­ka­ni­schen Pre­di­gers Dr. Harry Emer­son Fos­dick wie­der­geg­e­ben, die er als Gast in der Ka­the­dra­le St. Pierre in Genf aus An­laß der Er­öff­nung der Sech­sten Voll­ver­samm­lung des Völ­ker­bun­des vor den De­le­gier­ten ge­hal­ten hat:

Wir könn­en nicht Je­sus Chri­stus und den Krieg in Ein­klang brin­gen — da­rum geht es im Grun­de. Das ist die Her­aus­for­de­rung, die heu­te das Ge­wis­sen der Chri­sten­heit be­schäf­ti­gen soll­te. Der Krieg ist die ko­los­sal­ste und rui­nöse­ste so­zia­le Sün­de, von der die Mensch­heit be­trof­fen ist. Der Krieg ist mit dem Chri­sten­tum über­haupt nicht zu ver­ein­ba­ren. In sei­ner gan­zen Art und in sei­nen Aus­wir­kun­gen wi­ders­pricht er al­lem, was Jesus woll­te, und ver­kör­pert al­les, was J­sus nicht woll­te. Der Krieg stellt eine ek­la­tan­te­re Leug­nung je­der christ­li­chen Leh­re über Gott und den Men­schen dar als al­les, was al­le athei­sti­schen Theo­re­ti­ker die­ser Welt sich je aus­den­ken kön­nen. Wä­re es nicht ein loh­nen­des Un­ter­fan­gen, wenn die christ­li­che Kir­che sich die­se größ­te mo­ra­li­sche Fra­ge der Ge­gen­wart zu eigen mach­te? Wenn sie ein­mal mehr, wie in den Ta­gen un­se­rer Vä­ter, dem Hei­den­tum der heu­ti­gen Welt einen kla­ren Stan­dard ent­ge­gen­setz­te und nicht län­ger nach der Pfei­fe der krieg­füh­ren­den Staa­ten tanz­te, son­dern ih­rem Ge­wis­sen folg­te und das Kö­nig­reich Got­tes über den Na­tio­na­lis­mus stell­te und die Welt zum Frie­den ge­mahn­te? Das wä­re kei­ne Leug­nung des Pa­trio­tis­mus, son­dern sei­ne Apo­theo­se.

Ich kann hier und heu­te als Ame­ri­ka­ner un­ter die­sem ho­hen und gast­li­chen Dach nicht für mei­ne Re­gie­rung spre­chen, aber als Ame­ri­ka­ner wie auch als Christ spre­che ich für Mil­lio­nen mei­ner ­­te, wenn ich dem Wunsch Aus­druck ver­lei­he, daß Ih­rer großen Auf­ga­be, an die wir glau­ben, für die wir be­ten, Er­folg be­schie­den sein mö­ge. Wir be­dau­ern es zu­tiefst, daß un­ser Land da­ran nicht be­tei­ligt ist. Aber wir ar­bei­ten in viel­fäl­ti­ger Wei­se für das glei­che Ziel — eine Welt in Frie­den. Nie gab es ein Ziel, auf das hin­zu­ar­bei­ten sich mehr ge­lohnt hät­te. Die Al­ter­na­ti­ve da­zu wä­re die ent­setz­lich­ste Ka­ta­stro­phe, der die Mensch­heit sich je ge­gen­über­se­hen könn­te. Wie die Schwer­kraft im Be­reich der Phy­sik be­vor­zugt auch das Ge­setz Got­tes im mo­ra­li­schen Be­reich kei­nen Men­schen und kei­ne Na­tion: „Wer das Schwert nimmt, der soll durch das Schwert um­kom­men.”

Wir er­in­nern uns: Die Sech­ste Voll­ver­samm­lung war je­ne, bei der Fridt­jof Nan­sen, der große Sohn Nor­we­gens (Po­lar­for­scher, Zoo­lo­ge, Geo­graph, Me­teo­ro­lo­ge, Ozea­no­graph, Kon­struk­teur, Or­ga­ni­sa­tor, Schrift­stel­ler, Uni­ver­si­täts­pro­fes­sor und Rek­tor, Ge­sand­ter, Völ­ker­bunds­de­le­gier­ter, Ho­her Kom­mis­sar und Frie­dens­no­bel­preis­trä­ger), ver­geb­lich sich für Un­ter­stüt­zung der zu Mil­lio­nen vor dem So­wjet­ter­ror flie­hen­den Ar­me­nier ein­setz­te. Die USA und die So­wjet­union wa­ren da­mals — wie vie­le an­de­re Staa­ten auch — erst gar nicht im Völ­ker­bund ver­tre­ten. Und: Der Zwei­te Welt­krieg kam, er­mög­licht und pro­vo­ziert von ge­wis­sen­lo­sen Men­schen (wie heu­te auch), die kei­ne Gren­zen ken­nen (wie heu­te auch), we­der hin­sicht­lich ih­rer Grau­sam­keit noch hin­sicht­lich ih­rer Macht­gier.

Er­in­nern wir uns auch da­ran, daß ein Osa­ma bin La­den zu Zei­ten der sow­je­ti­schen Ok­ku­pa­tion Af­gha­ni­stans von der ame­ri­ka­ni­schen CIA aus­ge­bil­det wor­den ist, und daß die USA viel an Pre­sti­ge, po­li­ti­scher Macht und wirt­schaft­li­chem Ein­fluß zu ver­lie­ren ha­ben — nicht nur auf das Öl in der Re­gion um den Per­si­schen Golf.

Ter­ro­ri­sten sind Men­schen oh­ne Ge­wis­sen, oh­ne Reue, oh­ne Gna­de, wie der be­rühm­te öster­rei­chisch-ame­ri­ka­ni­sche Ter­ro­ris­mus­for­scher Fried­rich Hacker aus­ge­führt hat. Kein nor­mal emp­fin­den­der Mensch hat ir­gend­einen Nut­zen da­von, daß sol­che Men­schen (ja, auch die fa­na­tisch­sten Fa­na­ti­ker sind im­mer noch Men­schen!) Macht be­kom­men oder Macht ha­ben. Die christ­li­che Kö­nigs­idee ist da­her: Oh­ne einen Krieg die Ge­wis­sen­lo­sen von den Schalt­he­beln der Macht zu ent­fer­nen, und zwar mit an­ge­mes­se­ner — auch ge­walt­sa­mer! — Nach­hal­tig­keit!

(16. Oktober 2001)



Terroranschläge in den USA


Terrors gegen das WTCWenn man weiß, daß das, was grau­sam aus­sieht und auch grau­sam ist, nur ein klei­ner Teil, ein An­fang je­ner Mög­lich­kei­ten ist, über die man­che Ver­bre­cher auf die­ser Welt ver­fü­gen, bleibt einem nur fest­zu­stel­len: Es gibt Din­ge, die sich der Kom­men­tie­rung weit­ge­hend ent­zie­hen.

Der ein­zig mög­li­che Weg, den im­mer hef­ti­ger wer­den­den Ter­ro­ris­mus in der Welt ein­zu­däm­men — von „be­sie­gen” oder „be­sei­ti­gen” kann wohl kei­ne Re­de mehr sein —, scheint da­rin zu lie­gen, das bis­her so ge­lieb­te Si­cher­heits­den­ken auf­zu­ge­ben und ak­tiv die Fa­na­ti­ker und ih­re ter­ro­ri­sti­schen Hin­ter­män­ner zu be­kämp­fen, und zwar mit al­len Mit­teln, die ein christ­lich ori­en­tier­ter Rechts­staat zu Ge­bo­te hat.

Wer an­ge­sichts sol­cher Mas­sen­mor­de noch von Ge­walt­frei­heit oder gar To­le­ranz re­det, stellt sich in eine Rei­he mit den Ter­ro­ri­sten und muß wie die­se selbst ver­folgt und be­straft wer­den.

(8. Oktober 2001)



Österreich: „EU-Wahl”

Einen Tag nach Be­ginn der Frist für die Ein­sicht­nah­me ins Wäh­ler­ver­zeich­nis wird eine Kund­ma­chung des Wie­ner Ma­gi­strats per An­schlag ver­öf­fent­licht: EU-Wahl!

Ab­ge­se­hen da­von, daß wir nicht „die EU”, son­dern die Ab­ge­ord­ne­ten zum Eu­ro­päi­schen Par­la­ment wäh­len wer­den: Auf die­sem Kund­ma­chungs­blatt ist nicht ein­mal der Wahl­ter­min ver­merkt!

Min­de­stens zwei von fünf Öster­rei­chern wuß­ten bis­her gar nicht, daß die­se Wahl dem­nächst statt­fin­den wird. Das ist nicht wei­ter ver­wun­der­lich, zu­mal sie auch in den öster­rei­chi­schen Me­dien — mit Aus­nah­me der „Affaire” rund um Karl von Habs­burg — kaum Be­ach­tung fin­det.

Ob man da­raus auf die Eu­ro­pa-Lie­be un­se­rer Me­dien, un­se­rer Ma­gi­stra­te und Po­li­ti­ker rück­schließen kann? Honi soit, qui mal y pense!

(11. Mai 1999)



Deutschland

Die rot-grü­ne Re­gie­rung ist kaum 100 Ta­ge im Amt — und schon ist es wie­der an der Zeit für eine Wen­de.



Einfach zum Nachdenken — ein Betriebsrat der anderen Art

Die nach­fol­gen­den Ausfüh­run­gen des Be­triebs­rats­vor­sit­zen­den einer er­folg­rei­chen deut­schen Fir­men­grup­pe er­schei­nen vor dem Hin­ter­grund der ak­tu­el­len öster­rei­chi­schen Wirt­schafts- und Budge­po­li­tik be­son­ders le­sens- und nach­den­kens­wert:

„Der Be­triebs­rat: Im Mit­tel­punkt ist der Kun­de.

Riet­berg. Es ist der Kun­de, der in un­se­rer Sep­pe­ler Grup­pe das Geld bringt. Auch Dein Ge­halt, Dein Lohn ist Geld die­ses Gel­des. Er kann auch an­ders­wo hin­ge­hen! Der Kun­de gibt Dir die große Chance zu be­wei­sen, daß Du an Dei­nem Ar­beits­platz die rich­ti­ge Per­son bist.

  • Nur durch stän­di­ge Qua­li­tät er­schlie­ßen wir uns das Ver­trau­en der Kun­den.
  • Für den er­sten Ein­druck gibt es kei­ne zwei­te Chance.
  • Das Ver­trau­en eines Kun­den zu gewin­nen, dau­ert Jah­re; es zu ver­lie­ren, Se­kun­den.
  • Qua­li­tät ist, wenn der Kun­de zu­rück­kommt — nicht das Pro­dukt.
  • Un­zu­frie­de­ne Kun­den mel­den sich sel­ten.
  • Nur zu­frie­de­ne Kun­den fin­den den Weg zu uns zu­rück.
  • Wenn wir dem Kun­den nicht unsere Hand rei­chen, wer­den es an­de­re tun.
  • Oh­ne Kun­den steht die Fir­ma still.
  • Oh­ne Kun­den hät­test Du kei­ne Ar­beit.
  • Wärst Du zu­frie­den, wenn Du Dein Kun­de wärst?”
(Norbert Oetter, Betriebs­rats­vor­sit­zen­der der Sep­pe­ler Gru­ppe. Aus: die SeppelerGruppe. Hausmitteilungen. De­zem­ber 1998, Sei­te 13.)



Einfach zum Nachdenken — ein Jahresrückblick

Eben­so le­sens­wert ist der Jah­res­rück­blick der Ge­schäfts­lei­tung der Sep­pe­ler Grup­pe:

„Danke für ein gutes Jahr!

Riet­berg. Zum Jah­res­en­de ist es Pflicht der Ge­schäfts­füh­rung, Bi­lanz zu zie­hen. Für das Jahr 1998 gilt in vol­lem Aus­maß: Die­se Pflicht hat sehr viel Freu­de gemacht. Die ge­sam­te Sep­pe­ler Grup­pe kann stolz auf die­se Etap­pe sein. Da­für an al­le Mit­ar­bei­ter unser Dank. Er gilt auch un­se­ren Kun­den, die uns die Treue ge­hal­ten ha­ben. Gilt den jun­gen Kun­den, die mit uns eine neue Ge­schäfts­be­zie­hung ein­ge­gan­gen sind. Er gilt unserem großen Kreis zuverlässiger und treuer Ge­schäfts­part­ner und Lie­fe­ran­ten so­wie den Be­triebs­rä­ten für vie­le Ge­mein­sam­kei­ten im Den­ken und Han­deln. Gilt den Be­hör­den, die glück­li­cher­wei­se eben­falls im­mer dienst­lei­stungs­stär­ker wer­den.”
(Aus: die SeppelerGruppe. Hausmitteilungen. Dezember 1998, Seite 1.)


Lassing

„Da liegt einer, da pickt einer”, hät­te der Herr Karl ge­sagt: Bus­rei­sen zum Ka­ta­stro­phen­ort, Sen­sa­tions­lü­stern­heit pur! Der em­pör­te Auf­schrei der Me­dien — al­len vo­ran des Öster­rei­chi­schen Rund­funks (ORF) — fin­det sein ent­spre­chen­des Echo, der Rei­se­un­ter­neh­mer ar­gu­men­tiert mit dem „Bedarf”, also dem all­ge­mei­nen Kun­den­wunsch und ern­tet da­für hart-her­be Wor­te.

Die Me­dien aber — al­len vo­ran der ORF — ha­ben wo­chen­lang im Prin­zip nichts an­de­res ge­tan. Bis zur Er­schöp­fung, bis zum ab­so­lu­ten Über­druß wur­den wir mit Bil­dern, In­ter­views, Kom­men­ta­ren, völ­lig un­nüt­zen und sinn­lo­sen Spe­ku­la­tio­nen und Pro­vo­ka­tio­nen ge­ra­de­zu bom­bar­diert. Oh­ne je­des Scham­ge­fühl wei­de­ten sich Scha­ren von Re­por­tern, Ka­me­ra­leu­ten, Jour­na­li­sten an den Trä­nen der An­ge­hö­ri­gen, die sie uns mit ih­rer eige­nen, un­kom­pe­ten­ten Mei­nung ver­kauf­ten, das heißt auf­nö­tig­ten. Kaum je­mand kam zu Wort, der sich da­rüber be­schwer­te, daß die­se Leu­te die Ret­tungs- und Ber­gungs­ar­bei­ten be­hin­der­ten, kaum je­mand wur­de ge­hört, der ernst­haf­te Un­ter­su­chun­gen be­für­wor­te­te — nein, das Leid, das Un­glück war die Sen­sa­tion, mit der das Geld in Form von Ein­schalt­quo­ten und Auf­la­gen­zah­len ge­macht wird, Se­rio­si­tät ist ein­fach nicht spek­ta­ku­lär ge­nug und nur hin­der­lich! So­zia­li­sti­scher He­do­nis­mus pur: Was mir (im Augen­blick) nützt, ist gut.

Zwei­fel­los ist der Ka­ta­stro­phen­tou­ris­mus pie­tät­los und ver­werf­lich. Aber wie heißt es im Jo­han­nes-Evan­ge­lium: „Wer von euch oh­ne Sün­de ist, wer­fe als er­ster einen Stein auf sie.” Zu­min­dest christ­lich orien­tier­te Me­dien soll­ten in der La­ge sein, dies zu be­her­zi­gen.

(13. September 1998)



Moralismen: Von Billy the Kid zu Billy the Shit?

Es sieht gar nicht gut aus, wenn der Präsi­dent just je­ner Welt­macht, die sich gern als Welt­po­li­zei mit ge­ho­be­nen und aus eige­ner Macht­voll­kom­men­heit zu all­ge­mein­gül­ti­gen er­klär­ten mo­ra­li­schen An­sprü­chen sieht, selbst einen zwei­fel­haf­ten, die­sen An­sprü­chen nicht ge­nü­gen­den Le­bens­wan­del führt. Nun weiß al­so die Welt­öf­fent­lich­keit dank des Starr-Re­ports, daß „sex­u­al har­ass­ment”, also der vom ehe­ma­li­gen öster­rei­chi­schen Frau­en­mi­ni­ster Jo­han­na Doh­nal so wild be­kämpf­te „Sex am Ar­beits­platz”, auch in den Büro­räu­men des po­li­tisch mäch­tig­sten Man­nes der Welt statt­fin­det — groß­ar­tig!

Auch die Me­dien­hatz, die all­ge­mein ein­ge­setzt hat, so­wie die rück­sichts­lo­se Ver­fol­gung, der sich Bill Clin­ton von­sei­ten der Re­pu­bli­ka­ner aus­ge­setzt sieht, läßt eher auf Li­be­ra­lis­mus und He­do­nis­mus denn auf To­le­ranz und Re­spekt als ge­sell­schaft­li­che Grund­hal­tung in den USA schließen. Wer wis­sen will, wie so eine Grund­hal­tung ent­steht, kann sich da­zu Erik von Kueh­nelt-Leddihns „Kir­che kon­tra Zeit­geist” auf­merk­sam durch­le­sen ...

Zwei­fel­los muß Fehl­ver­hal­ten adä­quat ge­ahn­det wer­den — aber bit­te von den kom­pe­ten­ten und (von der je­wei­li­gen Ver­fas­sung) da­zu be­ru­fe­nen Per­so­nen und auf die (vom Ge­setz) vor­ge­se­he­ne Art und Wei­se und nicht durch eine mehr oder we­ni­ger mut­wil­lig auf­ge­heiz­te Öf­fent­lich­keit im We­ge der Lynch„ju­stiz”!

Wir Öster­rei­cher hat­ten in der Ver­gan­gen­heit auch eini­ge Pro­ble­me mit un­se­ren Prä­si­den­ten. Völ­lig zu Recht ha­ben wir uns bei der Be­hand­lung die­ser Pro­ble­me — ge­le­gent­lich so­gar äußerst ve­he­ment — ge­gen aus­län­di­sche Ein­mi­schung ge­wehrt und die­se hef­tig ver­ur­teilt. Wol­len wir uns selbst treu blei­ben und Cha­rak­ter be­wei­sen, soll­ten wir uns da­her da­vor hü­ten, uns mit Kom­men­ta­ren und Vor­ver­ur­tei­lun­gen of­fi­ziell in US-ame­ri­ka­ni­sche An­ge­le­gen­hei­ten ein­zu­mi­schen, so sie uns nicht di­rekt be­rüh­ren ...

(20. Feber 1998)


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